Landschaftsschutz
Landschaftskonzeption Kanton Glarus
Der Kanton Glarus zeichnet sich dadurch aus, dass auf relativ kleinem Raum eine Vielzahl von unterschiedlichen Landschaftstypen in verschiedenen Grössen und Ausprägungen aufeinandertreffen. Diese grosse Diversität ist für den durch den Kanton wandelnden Betrachter spannend. Am Taleingang treibt man durch eine Seenlandschaft mitten in steilen Felswänden. Diese führen in eine Gebirgslandschaft, welche im unteren Bereich geprägt ist durch strukturreiche Agrarlandschaften mit nach wie vor lesbaren Nutzungs-, Siedlungs- und Baumustern, die spannende Geschichten über Land und Leute erzählen. Darüber geht ein Waldlandschaftsgürtel in Alplandschaft über, die nach oben hin immer weniger genutzt wird und in eine Gebirgslandschaft mit natürlicher Prägung ausläuft und schliesslich in eine Hochgebirgslandschaft gipfelt. Im Talboden von Glarus Nord steht man in der Linthebene mit offener Agrarlandschaft, geprägt durch Gewässerkorrekturen. Schlägt man sich dann talaufwärts durch die Siedlungslandschaft mit unterschiedlichen Dorfcharakteren, trifft man schnell auf Flusstallandschaften mit ländlicher Prägung.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Kanton mit seinen vielen, facettenreichen, kleinteiligen Landschaftskammern und -typen.
Um einen zeitgemässen Umgang mit einem solchen Landschaftsreichtum zu finden und in die bewusste Diskussion verschiedener Nutzerinnen- und Interessentinnen-Gruppen treten zu können, wurde in einem ersten Schritt die «Fachliche Grundlage Landschaft» [pdf] erarbeitet. Sie dient als fachliche Aufarbeitung der unterschiedlichen Landschaftstypen.
Nachgelagert erfolgte im Rahmen der Erarbeitung der «Landschaftskonzeption» [pdf] die Erarbeitung von Landschaftsqualitätszielen für alle Landschaftstypen und die Gesamtlandschaft. Dies ermöglicht kohärente Landschaftspolitik und zukunftsorientierte Weiterentwicklung in allen Handlungsfeldern mit der Landschaft und nicht nur plan- und wahllos in der Landschaft.
Landschaftsschutzobjekte
Speziell in den Hochlagen des Kantons finden sich durch ihre Schönheit besonders herausstechende Landschaften. Je nach Gesteinskomposition, lokalen Nutzungsmustern und Kulturgeschichte, topografischer und ökologischer Entwicklung haben sie sehr unterschiedlichen Charakter. Beispielsweise werden die Linthlandschaft Mitlödi und die Diesbachfälle in ihrer Ausgestaltung massgeblich durch Wasser geprägt, jedoch gestalten sie sich sehr unterschiedlich. Beide sind besondere Perlen, die durch die Dynamik des Wassers glänzen, ihre Schutzziele sind aber durch ihre jeweilige Eigenart andere.
Das Verzeichnis der Landschaften von regionaler Bedeutung im Kanton Glarus [pdf] bietet einen Überblick über die bedeutsamsten Landschaften und stellt jede kurz vor.
UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona
Eine Landschaft von weltweiter Bedeutung des Kanton Glarus und seiner Nachbarn St. Gallen und Graubünden ist die Tektonikarena Sardona. Gleichbedeutend mit dem Great Barrier Riff oder dem Grand Canyon thront die Glarner Hauptüberschiebung (Link Geoviewer) hoch über dem kleinen Gabeltal. Geologische Grössen haben sich jahrhundertelang an den Linien und Falten die Köpfe zerbrochen, Wissenschaftsgeschichte wurde geschrieben und wieder verrissen, nebenbei erodierten die Berge – oft spektakulär – vor sich hin.
Ein Blick in die geologische und menschliche Geschichte lohnt sich und kann mit jeweils anderem Fokus und Inhalten in den beiden Besucherzentrumsstandorten in Glarus und Elm geworfen werden.
Umfassendere Information zur Tektonikarena Sardona findet sich im UNESCO-Nominierungsdossier [pdf, 231 KB], dem Managementplan 2020-2030 und der Homepage der Trägerschaft.