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Wassertransport zum Saasberg im August 2018 • Bild: M. Vögeli

Sind die Alpen bald trockengelegt?

Dossier Wasser • 120 Alpbetriebe gibt es im Kanton Glarus. Die Sömmerung von Vieh ist jedoch nur möglich, wenn eine ausreichende Wasserversorgung besteht. Das war in den letzten Jahren nicht immer der Fall. Nun hat der Kanton beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine Forschungsstudie zu den Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Wasserversorgung eingereicht.

DOSSIER

Hier publiziert der neue Public Newsroom des Kanton Glarus jeden Sonntag Artikel und Hintergründe zu einem Schwerpunkt. In den folgenden Wochen finden Sie Wissenswertes zum Thema «Wasser». 

Der Kanton Glarus ist mit Wasser gesegnet. Doch die Versorgung der Alpbetriebe ist trotz reichlich vorhandenem Quellwasser nicht immer garantiert. Denn lange Trockenperioden und weniger Schmelzwasser beeinflussen die Wasserverfügbarkeit auf den Alpen. Zudem ist das Wasser aufgrund weiterer Faktoren von unterschiedlicher Qualität. Das ist kein neues Phänomen. Bereits in den vergangenen 200 Jahren musste die viehwirtschaftliche Nutzung auf Alpen aufgrund mangelnder Versorgung eingestellt werden (z. B. Aeugsten). 

Durch die Klimaveränderung kann sich die Situation weiter zuspitzen. Auf einzelnen Alpen wurde bereits reagiert, indem neue Quellfassungen und Brunnenstuben gebaut wurden. Auf anderen musste in den heissen Sommern von 2003 und 2018 Wasser mit Helikoptern hochgebracht werden.

Welche Alpen werden in Zukunft betroffen sein?

«Eine zuverlässige Prognose zur Wasserversorgung ist von grossem Interesse für die Gemeinden, die den grössten Anteil an Alpbetrieben besitzen. Sie dient der vorausschauenden Planung von möglichen Investitionen auf den Alpen», sagt Marco Baltensweiler, Leiter der Abteilung Landwirtschaft des Kantons. Aus diesem Grund unterstützt das BAFU den Kanton Glarus bei der Untersuchung der Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Wasserversorgung der Glarner Alpen. 

Was wird untersucht?

Die rund 200 vorhandenen Quellen der Alpen werden in einem Quellkataster erfasst. Dabei werden unter anderem Quellschüttung, Reaktion auf Niederschläge und Schneeschmelze, Quellentyp und Nutzung der Quelle beschrieben.

Darauf folgt die Klassifizierung in Lockergesteinsquellen mit grossem oder kleinem Reservoir, Felsquellen, indirekte Felsquellen, Karstquellen mit grossem oder kleinem Einzugsgebiet, Gletscher oder Firnfelder im Einzugsgebiet. Einzelne Kombinationen dieser Eigenschaften machen eine Quelle für Trockenperioden empfindlicher als andere.

Wie prognostiziert man das künftige Verhalten einer Quelle?

Die Ergiebigkeit der einzelnen Quellen wird aufgrund ihrer bisherigen Schüttung/Knappheit, der Niederschläge, und der Schneedecke des Einzugsgebietes ermittelt. Ebenso wird ihre Empfindlichkeit auf die zu erwartenden Klimaveränderungen am jeweiligen Standort berechnet. Diese Daten liefern eine zuverlässige Prognose für die nächsten 20 - 50 Jahre. Erwartet werden die Ergebnisse der Untersuchung bis Ende 2020.

Wassertransport zum Saasberg im August 2018 •Bild: M. Vögeli

Text: Anina Rether

 

Glarner Wasser-Geschichten, bisher erschienen:

 

Lebensraum Wasser: Unsere Seen