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 Details

So einheimisch sollte man sein ...

Er besitzt die Autonummer «GL 17». Was nicht daran liegt, dass die Zahl 17 für ihn eine besondere Bedeutung hätte – Bruno Weber aus Niederurnen liebt einfach tiefe Autonummern.

Persönlich

Madeleine Kuhn-Baer

Der Fiat 500 mit der Nummer «GL 17» steht bereits vor dem Volg Näfels. Mit etwas Schnee drauf. Angefahren kommt Bruno Weber mit «GL 19». Er habe schon immer für tiefe Autonummern geschwärmt, erzählt der 47-Jährige: «Als sich die Möglichkeit bot, diese zu erwerben, habe ich mithilfe meiner Kollegen zugegriffen.» Es sei schon speziell, mit derart tiefen Nummern rumzufahren. «Aber eine spezielle Bedeutung haben die Zahlen nicht für mich.» Er findet es eher interessant oder amüsant, wie die Leute reagieren. Ein Glarner Industrieller sagte beispielsweise einst zu ihm: «Weber, so einheimisch sollte man sein, dass man mit einer so tiefen Nummer fahren darf.» Unser Gesprächspartner liess ihn im Glauben, obwohl er gar kein Einheimischer ist.

Vom Bäcker über Modeberater zum Geschäftsführer

Geboren wurde er nämlich in Männedorf, und er wuchs in Hombrechtikon sowie Oetwil am See auf. In St. Gallen liess er sich zum Bäcker-Konditor ausbilden. Erst 1985 kam er ins Glarnerland, wo seine Mutter das Restaurant «Schwert» in Niederurnen übernommen hatte. Er arbeitete zunächst in der Akzi-Bäckerei in Niederurnen. Mit 22 Jahren wurde er Modeberater im Modehaus Schild in Glarus. «Ich wollte etwas anderes machen», erklärt er den radikalen Schnitt. Sieben Jahre später wechselte er zu Müller Mode AG in Schmerikon, wo er wieder während sieben Jahren für Verkauf und Beschaffung zuständig war. Als dann die Milchproduzentengenossenschaft Näfels 2005 einen Geschäftsführer suchte, meldete er sich und wurde gewählt. 2008 machte er sich selbstständig, übernahm den Laden mitten im Dorf Näfels und führt ihn nun mit dem Volg-Sortiment. «Der Detailhandel ist sicher härter geworden», sagt er. «Aber wir dürfen nicht klagen. Wir leben von einer treuen Stammkundschaft.» Bereits 2006 hätte er gerne die Landi ins Glarnerland gebracht – Volg und Landi gehören beide zum grössten Agrarhändler Fenaco in der Schweiz. «Es hat sich aber nicht ergeben.» 2012 suchte die Landi einen Geschäftsführer für den 2013 zu eröffnenden Laden in Mitlödi. Bruno Weber bewarb sich und bekam die Stelle. «Das war eine spannende Zeit», meint er. Diese dauerte aber nicht sieben Jahre. Die Familie wuchs, 2014 gebar seine Partnerin Daniela Schnyder Sohn Gian-Franco, 2015 Tochter Ladina. «Ich merkte, dass ich keine Zeit mehr hatte für Privates, für meine Kinder. So entschied ich mich, per Ende Oktober 2016 als Geschäftsführer der Landi auszuscheiden», begründet er den Abschied.

Aktivitäten reduziert

Neben der Familie und dem Volg Näfels gehören noch der Verkehrsverein und die Fasnacht-Gesellschaft Niederurnen zu seinen Interessen. Beide präsidiert er. Zudem ist er Fähnrich in der Harmoniemusik Niederurnen-Ziegelbrücke. Mit den Aktivitäten musste er aus Kapazitätsgründen jedoch herunterfahren: Die Fasnacht-Gesellschaft organisiert jeweils im Januar das öffentliche Jassturnier und bietet an der Chilbi Fischknusperli und Apfelchüechli an. Die eigentliche Organisation der Fasnacht hat die Dorffasnacht Niederurnen übernommen. Und der Verkehrsverein ist noch für die Bundesfeier am 31. Juli, den Blumenschmuck und den Veranstaltungskalender zuständig. Die touristischen Anliegen bringt der Verein in der entsprechenden Kommission der Gemeinde Glarus Nord ein. Für das Jahr 2017 wünscht sich Bruno Weber privat «Glück, Gesundheit und Zufriedenheit in der Familie». Und geschäftlich, dass «wir weiterhin die Bedürfnisse unserer Kundschaft erfüllen können und sie uns die Treue hält». Sein Fazit fällt denn auch positiv aus: «Ich bin zufrieden. Ich habe eine wunderbare Familie, ein Geschäft mit tollen Kunden, die uns voll unterstützen, und ein schönes Daheim.» Na denn: auf ein gutes 2017!

Persönliches

Vorname, Name

Bruno Weber

Alter, Sternzeichen

47, Stier

Wohnort

Niederurnen

Beruf

Bäcker-Konditor

Interessen und Hobbys
Verkehrsverein, Fasnacht-Gesellschaft und Harmoniemusik

Liebster Ort im Kanton

Niederurner Täli und zu Hause

Lieblingsessen
Alles, was frisch zubereitet ist

Lieblingsmusik

Querbeet

Grösstes Anliegen
Respekt und Anstand