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Mehr Sicherheit und finanzielle Entlastung für den Entwässerungsstollen Braunwald

Bauarbeiten für den Entwässerungsstollen Braunwald, der den Schutz für Menschen und Infrastruktur erhöhen soll • Foto: Entwässerungskorporation Braunwald / Samuel Trümpy

Regierungsratssitzung 29. September 2026 • Die Gemeinde Glarus Süd und die Entwässerungskorporation Braunwald sollen beim Bau des Entwässerungsstollens um insgesamt rund 2,7 Millionen Franken entlastet werden. Der Regierungsrat will dafür einen Teil der zusätzlichen Bundesmittel weitergeben und so die Finanzierung des grössten Naturgefahren-Schutzprojekts im Kanton Glarus absichern. Das letzte Wort hat die Landsgemeinde.

Der Entwässerungsstollen Braunwald ist das grösste Naturgefahren-Schutzprojekt des Kantons Glarus. Er soll die dauerhaft rutschende Erdmasse im Bereich und unterhalb des Dorfes stabilisieren. Kern des Projekts ist ein rund 900 Meter langer Stollen im stabilen Fels, ergänzt durch einen Seitenstollen und rund 90 Drainagebohrungen. Diese fassen Wasser aus dem Rutschgebiet und leiten es in den Stollen ab. Dadurch sinkt der Wasserdruck im Untergrund, das Erdreich gewinnt an Festigkeit und die Hangbewegung wird verlangsamt. Langfristig sollen so Menschen, Gebäude und wichtige Infrastrukturen in Braunwald sowie im Tal besser geschützt werden.

Der Kanton Glarus ist durch Naturgefahren und zu erstellende Schutzbauten finanziell besonders stark belastet. Er erfüllt die Voraussetzungen der sogenannten «Schwerfinanzierbarkeit». Mit dieser gewährt der Bund für einzelne Schutzprojekte zusätzliche Beiträge von bis zu 20 Prozent. Er erhöht deshalb die beitragsberechtigten Kosten von 45 auf 65 Prozent. Damit stehen zusätzliche Bundesmittel von rund 9,1 Millionen Franken zur Verfügung (siehe Medienmitteilung Nov. 2025). Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund 45,9 Millionen Franken geschätzt.

Der Regierungsrat hat sich dafür ausgesprochen, diese zusätzlichen Mittel zwischen dem Kanton, der Entwässerungskorporation Braunwald als Bauherrschaft und der Gemeinde Glarus Süd aufzuteilen. Die vorgeschlagene Verteilung orientiert sich an den bestehenden Kostenanteilen – rund 70 Prozent Kanton, je 15 Prozent die Entwässerungskorporation und die Gemeinde. Die Entwässerungskorporation und die Gemeinde würden dadurch zusammen um rund 2,7 Millionen Franken entlastet. Ihre verbleibenden Kosten würden von bisher rund 8 Millionen auf rund 5,2 Millionen Franken sinken.

Der bisher bewilligte Kantonsbeitrag deckt einschliesslich der Bundesmittel 80 Prozent der beitragsberechtigten Kosten. Mit der geplanten Weitergabe wird dieser Anteil überschritten. Für diese Entlastung ist ein Beschluss der Landsgemeinde nötig. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, dem Beschlussentwurf zuhanden der Landsgemeinde zuzustimmen.

  • Für das Schutzbautenprojekt Entwässerungsstollen Braunwald wird die Weitergabe der zusätzlichen Bundesmittel im Umfang von 30 Prozent gewährt. Die Weitergabe erfolgt je zur Hälfte an die Entwässerungskorporation Braunwald und an die Gemeinde Glarus Süd.
  • Erhöhen oder reduzieren sich die beitragsberechtigten Kosten, wird der weitergereichte Betrag entsprechend angepasst.
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