Höchstgehalt von Ewigkeitschemikalien in Lebensmitteln: Der Kanton Glarus kritisiert die vorgeschlagene Weisung
Regierungsratssitzung 31. März 2026 • Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat eine Weisung zur Koordination des Vollzugs bei Überschreitung von per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmitteln erarbeitet. Der Kanton Glarus lehnt die Weisung in seiner Vernehmlassungsantwort ab.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat die Weisung zum Vollzug der Höchstgehalte für PFAS (siehe Box) auf Wunsch der kantonalen Vollzugsstellen erarbeitet. Diese soll den Vollzug im Lebensmittelrecht harmonisieren und den Kantonen aufzeigen, wie bei Höchstgehaltsüberschreitungen entlang der Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebskette vorzugehen ist.
Kein Kontrollkonzept
Der Kanton Glarus begrüsst grundsätzlich die Absicht einer Harmonisierung des Vollzugs. Er kritisiert jedoch, dass neben dem Gesundheits- und Konsumentenschutz auch die Interessen der Landwirtschaft und der Lebensmittelbranche berücksichtigt werden müssen. Die landwirtschaftlichen Betriebe seien nämlich gesetzlich verpflichtet, sichere Lebensmittel (Primärprodukte) zu produzieren und Kontaminationen zu vermeiden. Dazu müssten sie eine Selbstkontrolle führen. Derzeit fehle jedoch ein adäquates Selbstkontrollkonzept im Sinne der Lebensmittelgesetzgebung. Auch in den relevanten Verordnungen habe der Bundesrat keine detaillierten Vorgaben gemacht. Ohne ein solches Konzept sei es für die Landwirtschaftsbetriebe unmöglich, ihren gesetzlichen Pflichten nachzukommen. Betriebe in Verdachtsgebieten wüssten nicht, wie sie sich rechtskonform verhalten sollen.
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) verleihen Oberflächen wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften und zeichnen sich durch eine hohe thermische und chemische Stabilität aus. Sie werden deshalb oft zur Ausrüstung von Textilien und Papiererzeugnissen verwendet. Unter die Stoffklasse der PFAS fallen mehrere tausend unterschiedliche Stoffe. Einige PFAS wurden inzwischen als besonders besorgniserregende Stoffe identifiziert, für viele sind die Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt weniger gut bekannt. Alle PFAS sind in der Umwelt jedoch nahezu nicht abbaubar. Die Freisetzung der PFAS in die Umwelt sollte so weit wie möglich minimiert werden.