Sofortmassnahmen für das Kantonsgefängnis bewilligt
Regierungsratssitzung 31. März 2026 • Das Glarner Kantonsgefängnis wird sicherheitstechnisch nachgerüstet. Der Regierungsrat hat Nachtragskredite für die Erweiterung der Brandmeldeanlage sowie zwei neue Zellentüren bewilligt. Damit reagiert er auf Sicherheitsmängel und erfüllt seine Schutzpflicht gegenüber Inhaftierten und Personal bis zur Umsetzung der künftigen Lösung für das Glarner Kantonsgefängnis voraussichtlich ab 2030.
Aktuelle Gutachten und Berichte der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter belegen, dass der derzeitige Zustand des Gefängnisses nicht mehr den rechtlichen Standards entspricht. Da der Schutz von Leib und Leben oberste Priorität hat, setzt der Regierungsrat nun dringende bauliche Massnahmen um, während gemäss Auftrag des Landrates vom 22. November 2023 weiterhin mit Hochdruck an der langfristigen Lösung für das Glarner Kantonsgefängnis gearbeitet wird.
Sabotagesicherer Brandschutz
Die bisherigen Brandmelder in den Zellen sind ungenügend, da sie Alarme nicht an die Zentrale weiterleiten und von Inhaftierten manipuliert werden können. Für rund 28'000 Franken werden neue, sabotagesichere Geräte in der Lüftung installiert. Diese gewährleisten eine sofortige Alarmierung der Einsatzkräfte und beheben die bestehenden Sicherheitslücken im Brandschutz.
Mehr Sicherheit für das Personal
Bei den Zellen verfügen aktuell 12 von 13 Türen weder über geeignete Sichtfenster noch über einen sicherheitskonformen Schliessmechanismus, was in der Vergangenheit bereits zu gefährlichen Angriffen auf das Betreuungspersonal führte. Mit einem Kredit von 62'000 Franken werden zwei neue Sicherheits-Zellentüren beschafft. Diese ermöglichen eine visuelle Lagebeurteilung vor dem Öffnen und schützen das Personal vor Angriffen oder dem Einsperren in Zellen. Die genormten Türen können bei einem späteren Neubau wiederverwendet werden.
Ab 2027 wird verbesserter Nachtdienst geprüft
Zusätzlich zur baulichen Nachrüstung prüft das zuständige Departement die Einrichtung eines Präsenzdienst in der Nacht durch eine private Sicherheitsfirma. Diese Massnahme soll die Sicherheit weiter erhöhen und wird für den Budgetprozess 2027 vorbereitet. Mit diesen Schritten stellt der Kanton sicher, dass der Gefängnisbetrieb bis zur Umsetzung einer neuen Lösung für das Glarner Kantonsgefängnis rechtskonform und sicher geführt werden kann.