Navigieren im Kanton Glarus

my.gl.ch – Serviceportal des Kantons Glarus

Sozialhilfequote bleibt weiterhin stabil

Von allen Altersgruppen haben Kinder das grösste Sozialhilferisiko (Kinderwagen vor einem Sozialhilfezentrum in Zürich) • Foto: Keystone-SDA

Departement Volkswirtschaft und Inneres • 1,5 Prozent der Glarnerinnen und Glarner haben im Jahr 2024 Sozialhilfe erhalten. Die kantonale Sozialhilfequote ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Sie liegt erneut deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 2,8 Prozent (Stand 2023). Das zeigen die neusten Zahlen der schweizerischen Sozialhilfestatistik, die jährlich vom Bundesamt für Statistik publiziert werden.

Im Jahr 2024 haben im Kanton Glarus 648 Personen Sozialhilfe bezogen. Das sind 10 Personen mehr als im Vorjahr. Die Sozialhilfequote bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Sie liegt deutlich unter dem langjährigen kantonalen Durchschnitt von 1,9 Prozent sowie unter dem schweizerischen Schnitt von 2,9 Prozent (Stand 2023).

Sozialhilfequote nach Gemeinden

In Glarus Süd ist erneut ein leichter Rückgang der Sozialhilfequote zu verzeichnen, von 1,9 auf 1,8 Prozent der Bevölkerung. In Glarus und Glarus Nord bleiben die Quoten im Vorjahresvergleich unverändert bei 1,8 beziehungsweise 1,3 Prozent. Glarus Süd und Glarus haben somit 2024 anteilsmässig gleich viele Sozialhilfebeziehende, gemessen an ihrer Bevölkerung. In Glarus Nord ist die Quote mit 1,3 Prozent deutlich tiefer.

Ein Drittel der Sozialhilfebeziehenden sind Kinder

In absoluten Zahlen waren im Jahr 2024 rund 190 Personen in der Sozialhilfe minderjährig. Damit machen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ein Drittel der Personen mit Sozialhilfebezug aus. Die Sozialhilfequote der Kinder beträgt 2,6 Prozent. Damit haben sie von allen Alterskategorien das höchste Sozialhilferisiko.

Risikogruppen bleiben dieselben wie in den vergangenen Jahren

Die Bevölkerungsgruppen, welche gemessen an ihrem Anteil an der Glarner Bevölkerung besonders häufig Sozialhilfe beziehen, blieben auch im Jahr 2024 unverändert: Es sind Geschiedene, Ausländerinnen und Ausländer sowie Personen, die nur über einen obligatorischen Schulabschluss verfügen.

Download [pdf, 511 KB] zu weiteren Informationen zur Glarner Sozialhilfequote 2024

 

Schweizerische Sozialhilfestatistik

Die Schweizerische Sozialhilfestatistik (SHS) ist eine Datenerhebung, die vom Bundesamt für Statistik im Auftrag der Kantone und in enger Zusammenarbeit mit den für Sozialhilfe zuständigen Stellen in den Kantonen, Städten und Gemeinden durchgeführt wird. Ziel der Statistik ist es, den Bestand und die Struktur der Bezügerinnen und Bezüger von wirtschaftlicher Sozialhilfe sowie von vorgelagerten bedarfsabhängigen Sozialleistungen in der Schweiz zu erfassen.

Modernisierung der Sozialhilfestatistik

Aufgrund veränderter Bedürfnisse und Rahmenbedingungen befindet sich die Schweizerische Sozialhilfestatistik in einem umfassenden Modernisierungsprojekt. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Analyse und die Qualität der erhobenen Informationen zu stärken, die Dauer zwischen Datenerhebung und Publikation der Resultate zu verkürzen sowie die Belastung der Datenlieferanten zu reduzieren.
Mit der Modernisierung wird von einer jährlichen auf eine monatliche Datenübermittlung umgestellt. Dank weitgehender Abstützung auf bereits vorliegende administrative Daten und einer starken Automatisierung der Datenerhebung und -aufbereitung können die Prozesse zur Erstellung der Statistik vereinfacht und die damit zusammenhängenden Aufwände bei den Datenlieferanten reduziert werden.

Wie bei jeder anderen Systemumstellung dieser Tragweite ist in der Phase des Übergangs von der bisherigen zur modernisierten Sozialhilfestatistik mit gewissen Einschränkungen zu rechnen. Ausserdem wird sich die Qualität der neuen Datengrundlage mit fortschreitender Zeit und den Erfahrungen erst einpendeln müssen. Der Übergang von der alten auf die neue Statistik ist nur dank der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen möglich. Über 1000 Datenlieferanten in der ganzen Schweiz müssen neu auf die modernisierten Datenerhebungsprozesse der Sozialhilfestatistik umstellen. Diese Umstellungen finden gestaffelt über die Jahre 2024 und aktuell 2025 statt.

Als eine der ersten Stellen hat der Kanton Glarus seine Datenlieferungen seit April 2024 vollständig auf die monatliche Übermittlung umgestellt.

Durch die Staffelung der Modernisierung und der damit verbundene, gleichzeitige Betrieb der alten und neuen Systeme beruht die Sozialhilfestatistik 2024 teilweise auf alten und teilweise auf modernisierten Datenlieferungen, wobei modernisierte Datenlieferungen in die alte Datenstruktur überführt werden. In diesem sogenannten Parallelbetrieb werden die Auswirkungen dieser Übergangsphase auf die Resultate der Sozialhilfestatistik möglichst klein gehalten. Eine wichtige Massnahme betrifft den Umgang mit den modernisierten Monatsdaten der – wie im Kanton Glarus – bereits umgestellten Datenlieferungen, auf die eine Übergangsgewichtung angewendet wird. Das bedeutet, dass die Angaben des Jahres 2024 für den Kanton Glarus mit einer statistischen Gewichtung versehen wurden.

Langfristige Tendenzen seit 2010

Entwicklung der Sozialhilfequote

Die Sozialhilfequote bewegte sich in den Jahren 2010–2022 zwischen 1,6 und 2,1 Prozent. Im Jahr 2024 liegt sie bei 1,5 Prozent und erreicht damit den gleichen Wert wie im Vorjahr.

Entwicklung der Sozialhilfequote nach Nationalität

Die Sozialhilfequote der Schweizerinnen und Schweizerin bewegte sich in den letzten dreizehn Jahren zwischen 1,0 und 1,6 Prozent. 2024 liegt sie bei 1,0 Prozent. Jene der Ausländerinnen und Ausländer schwankt seit 2011 zwischen 3,8 Prozent und 3,0 Prozent. 2024 sind 3,0 Prozent der ausländischen Kantonsbevölkerung auf Sozialhilfe angewiesen. 2010 war dieser Anteil mit 4,4 Prozent deutlich höher. Im Jahr 2024 hat die Anzahl von Personen aus dem Asylbereich in der regulären Sozialhilfe um 6 Personen abgenommen. Der Anteil an Personen mit Asylhintergrund in der Sozialhilfe hat im Vergleich zum Vorjahr um1,2 Prozentpunkte abgenommen und beträgt im Jahr 2024 17,3 Prozent (2023: 18,5 Prozent).

Entwicklung der Dossierstruktur der Privathaushalte

Die Ein-Personen-Dossiers bilden auch 2024 die weitaus grösste Gruppe in der Sozialhilfe. Seit 2011 liegt der Anteil dieser Dossiers um die 70 Prozent. Der Anteil an Paaren mit Kindern nimmt tendenziell ab. 2010 lag er bei 10,6 Prozent, 2024 liegt er bei 7,2 Prozent. Die Einelternfamilien in der Sozialhilfe schwanken zwischen 14,6 und 20,5 Prozent. Aktuell liegt der Anteil bei 17,7 Prozent. Der Anteil an Paaren ohne Kinder schwankte seit 2010 zwischen 5,7 und 2,7 Prozent im Jahr 2024, dem tiefsten Anteil im gesamten Betrachtungszeitraum.

Entwicklung der Altersstruktur

Die grösste Altersgruppe, welche in der Sozialhilfe vertreten ist, sind Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre mit einem Anteil von 28,9 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil an 18- bis 25-Jährigen liegt seit 2015 relativ konstant um 10 Prozent. 2024 beträgt der Anteil dieser Alterskategorie 10,8 Prozent. Der Anteil der 26- bis 35-Jährigen bewegte sich seit 2010 zwischen 14,4 und 18,3 Prozent. 2024 liegt er bei 15,6 Prozent. Der Anteil der 36- bis 45-Jährigen schwankt in den letzten vierzehn Jahren zwischen 13,9 und 19,4 Prozent. Der Anteil an 46- bis 55-Jährigen nimmt zwischen 2012 (16 Prozent) und 2016 (20,1 Prozent) konstant zu und fällt in den Jahren danach. 2024 liegt der Anteil bei 11,7 Prozent. Der Anteil der 56- bis 64-Jährigen bewegt sich in den letzten dreizehn Jahren zwischen 10,1 und 14,6 Prozent und derjenige der über 65-Jährigen zwischen 0 und 2,8 Prozent.

Alimentenbevorschussung

Die Bezugsquote der Alimentenbevorschussung (ALBV) sinkt von 2010 bis 2018 insgesamt von 1,13 auf 0,39 Prozent. 2019 und 2020 stieg die Quote wieder auf 0,51 Prozent. Seit 2021 sinkt der Wert erneut und liegt 2024 bei 0,38 Prozent.

Medienkontakt
Audrey Hauri, Hauptabteilungsleiterin Soziales Kanton Glarus: 055 646 67 22 I audrey.hauri@gl.ch
Marc Dubach, Chef Sektion Sozialhilfe BFS: 058 463 65 78 I marc.dubach@bfs.admin.ch

  • Seite drucken
  • zum Seitenanfang