Regierungsrat sieht Motion für zusätzliche Sprachklassen bereits als weitgehend erfüllt
Regierungsratssitzung 3. Juni 2025 • Der Regierungsrat ist überzeugt, dass die Forderungen der Motion der FDP‑Fraktion für Sprachklassen bereits weitgehend erfüllt sind. Er beantragt dem Landrat deshalb, die entsprechende Motion abzulehnen.
Am 29. November 2024 reichten Landrat Remo Goethe und Unterzeichnende im Namen der FDP-Fraktion die Motion «Für eine zukunftsfähige Volksschule: Wer bei der Einschulung kein Deutsch versteht, besucht eine Sprachklasse und wechselt anschliessend in die Regelklasse» ein. Die Motionäre fordern darin einen Sprachtest bei der Einschulung und somit die Untersuchung des Deutschverständnisses von Schulpflichtigen unabhängig vom Alter. Sollte das Niveau eines Kindes oder Jugendlichen nicht genügen, dann soll das Kind in eine vom Kanton separat zu schaffende und betriebene Klasse eingeteilt werden, die ausschliesslich zum Deutschlernen dient. Diese Kinder sollen dann spätestens nach einem Jahr in dieser «Sprachklasse» in die Regelklasse wechseln. In Fächern wie Sport, bei denen das Sprachverständnis eine untergeordnete Rolle spielt, sollen die Kinder am Regelunterricht teilnehmen.
Frühzeitige Sprachförderung vor und während der Volksschule
Der Regierungsrat weist in seiner Antwort darauf hin, dass der Motion bereits weitgehend entsprochen wird respektive sogar rechtliche Grundlagen und Bemühungen bestehen, die darüber hinausgehen. Die Forderung nach einer kantonal geführten Sprachklasse macht aufgrund der zu langen Schulwege keinen Sinn. Dies würde auch der weiteren Forderung der möglichst raschen und stundenweisen Integration in die Regelklassen widersprechen.
So findet die Sprachförderung im Kanton Glarus bereits vor der Einschulung in den Kindergarten statt, und an den Volksschulen laufen diverse Projekte zur Sprachförderung. Auch werden aktuell die Intensivklassen der Gemeinden von der Hochschule für Heilpädagogik evaluiert. Die Resultate dieser Evaluation und der Erfolg der neuen Projekte sollten abgewartet und allfällige zusätzliche Massnahmen dann besprochen und umgesetzt werden.
Viele der durch diese Motion geforderten Elemente sind bereits umgesetzt. Was den Sprachtest angeht, wird das zuständige Departement vertiefte Abklärungen vornehmen und mit den Gemeinden weiterverfolgen. Dementsprechend beantragt der Regierungsrat dem Landrat, die Motion abzulehnen.
Die Motion und die weiteren Unterlagen im Wortlaut sind in der Geschäftsdatenbank des Landrates publiziert.