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 Langzeitpflege

Langzeitpflege

Zuständigkeiten

Im Kanton Glarus sind die Gemeinden für die Sicherstellung der ambulanten und stationären Langzeitpflege zuständig. Sie delegieren diese Aufgabe über Leistungsaufträge an die Spitex-Organisationen und an Alters- und Pflegeheime.

Der Kanton ist grundsätzlich nur für die gesundheitspolizeiliche Bewilligung und Aufsicht zuständig. Im stationären Bereich plant er aber mit der Pflegeheimliste auch das Angebot und genehmigt die Tarife. Innerhalb der kantonalen Verwaltung ist das Departement Volkswirtschaft und Inneres für die stationäre Langzeitpflege und das Departement Finanzen und Gesundheit für die ambulante Langzeitpflege zuständig.

Finanzierung

Die Finanzierung der Alterspflege erfolgt einerseits über Beiträge der pflegebedürftigen Personen bzw. deren Krankenversicherer. Andererseits leistet aber auch die öffentliche Hand einen wesentlichen Beitrag in Form der Ergänzungsleistungen zur AHV (Kanton) und der Übernahme der Pflegerestkosten bzw. ungedeckten Heimkosten (Gemeinden). Die Tarife für die einzelnen Leistungen und die Aufteilung auf die Kostenträger sehen Sie hier:

Leistungserbringer

Spitex-Organisationen

Folgende Organisationen bzw. Personen verfügen über eine kantonale Betriebs- bzw. Berufsausübungsbewilligung:

Selbstständig tätige Pflegefachpersonen mit einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung finden Sie inkl. Praxisadresse und Telefonnummer im Nationalen Register der Gesundheitsberufe (NAREG).

Alters- und Pflegeheime

Folgende Organisationen verfügen über eine kantonale Betriebsbewilligung und sind mit ihren Standorten auf der Pflegeheimliste aufgeführt:

Konzept "Stärkung der Langzeitpflege"

Der Landrat hat im Leitbild Gesundheit [pdf, 287 KB] als wichtiges Ziel für das Gesundheitswesen im Kanton Glarus bis ins Jahr 2030 die Stärkung der ambulanten Versorgung definiert. Vor diesem Hintergrund beschlossen Vertreter des Kantons und der Gemeinden im November 2015, eine Optimierung der ambulanten und stationären Langzeitpflege umfassend zu prüfen. In der Folge wurde eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Regierungsrat Rolf Widmer mit Vertretern des Kantons und der Gemeinden, der Spitex, der Alters- und Pflegeheime, der Glarner Ärztegesellschaft und der Krankenbegleitgruppe eingesetzt.

Die Arbeitsgruppe erarbeitete in mehreren Sitzungen ein Konzept "Stärkung der Langzeitpflege" [pdf, 718 KB]. Kern des Konzepts sind neun Empfehlungen zuhanden der zuständigen politischen Behörden und den Organen der Leistungserbringer für eine Stärkung der Langzeitpflege: 
  • Förderung der integrierten Versorgung
  • Förderung von intermediären Strukturen
  • Schaffung einer Koordinationsstelle
  • Sicherstellung der Finanzierung von intermediären Strukturen und der Akut- und Übergangspflege
  • Bereinigung/Strukturierung der Zusammenarbeit zwischen den involvierten Departementen
  • Förderung von Spezialteams und Netzwerken in der Langzeitpflege
  • Klärung der Rahmenbedingungen durch ein kantonales Pflegegesetz
  • Förderung der Aus- und Weiterbildung von Pflege- und Betreuungspersonal
  • Förderung der Freiwilligenarbeit
Im Fokus steht, ältere Menschen möglichst lange ambulant betreuen bzw. pflegen zu können. Der Eintritt in eine Alters- und Pflegeheim soll möglichst lange vermieden werden. Dies entspricht einem Bedürfnis der älteren Menschen. Ausserdem ist die ambulante Pflege günstiger als die stationäre.
 

Der Regierungsrat hat das von Arbeitsgruppe einstimmig verabschiedete Konzept an seiner Sitzung vom 14. November 2017 genehmigt. Gleichzeitig beauftragte er die Departemente Finanzen und Gesundheit sowie Volkswirtschaft und Inneres die Umsetzung der Empfehlungen im Zuständigkeitsbereich des Kantons anzugehen. Selbstverständlich werden die Gemeinden und die Leistungserbringer dabei in geeigneter Form weiterhin einbezogen.