Direkt zum Inhalt springen

 Neuanlagen mit Lärm

Neuanlagen mit Lärm

Kleinere neue oder geänderte Anlagen, beispielsweise für die Parkierung von Fahrzeugen oder zur Wärmegewinnung, dürfen keinen vermeidbaren Lärm erzeugen, soweit dies technisch und wirtschaftlich machbar ist. Die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen die Planungswerte nicht überschreiten.

Parkierungsanlagen

Die gesetzlichen Beschränkungen von Lärmimmissionen aus Prakierungsanlagen und ihre Beurteilung sind im Umweltschutzgesetz (USG) und in der Lärmschutzverordnung (LSV) sowie in der VSS-Norm "Lärmimmissionen von Parkierungsanlagen" (SN 540 578) festgehalten.

Bei einem neuen Prakhaus, einer neuen Tiefgarage aber auch einem neuen grossen Parkplatz handelt es sich nach Art. 2 Abs. 1 der LSV um eine ortsfeste Anlage. Zur Anwendung kommen die Planungswerte für Industrie- und Gewerbelärm. Massgebend ist die am Immissionsort geltende Empfindlichkeitsstufe (ES). Ausnahmen bei Grenzwertüberschreitungen können gemäss Art. 7 Abs. 2 LSV keine erteilt werden.

Wärmepumpen

Wärmepumpe.jpg

Wärmepumpen erzeugen auf verschiedene Weise Schall. Hauptquellen sind Verdichter, Ventilatoren und Rohrleitungen. Grundsätzlich ist bei der Abstrahlung zwischen Luft- und Körperschall zu unterscheiden. Bei im Freien aufgestellten Wärmepumpen ist in der Regel der abgestrahlte Luftschall von Bedeutung, während bei Wärmepumpen im Innern von Gebäuden sowohl der Luft- als auch der Körperschall beachtet werden muss.

Emissionen und Beurteilungen

Es gibt grosse Unterschiede bei den verschiedenen Wärmepumpen. Diese hängen sowohl vom Typ als auch vom verwendeten Gerät ab.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen Innenlärm und Aussenlärm. Mit einer aussen installierten Wärmepumpe kann der Innenlärm vermieden werden. Eine laute Luft-Wasser-Wärmepumpe kann aber mehrere Häuserblocks mit ihrem Lärm belästigen. Luft-Wasser-Wärmepumpen dürfen überall installiert werden.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmesonden) haben den Vorteil, dass in der Regel nur die unmittelbare Umgebung betroffen ist. Für eine innen montierte dementsprechend nur der Aussenlärm. Für die Installation wird eine Genehmigung des Departementes Bau und Umwelt des Kantons Glarus benötigt; es ist nich überall möglich, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu installieren.
  • Ebenfalls braucht es für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Bewilligung des Departementes Bau und Umwelt des Kantons Glarus.
  • Grossanlagen werden durch das Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus individuell beurteilt.

Die Lärmemission von Wärmepumpen bewegt sich zwischen 45 und 80 dB, unabhängig von der Wärmeleistung der Pumpe.

Der Luftschall von Wärmepumpen kann relativ einfach gemessen und berechnet werden, im Gegensatz zum Körperschall. Die Körperschallabstrahlung wird nicht bei jedem Bauprojekt berechnet, muss aber immer durch bauliche Massnahmen unterdrückt werden.

Aussenlärm von Wärmepumpen

Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen immer Aussenlärm, auch wenn sie im Hausinneren aufgestellt sind. Dies liegt daran, dass der Lärm durch die Zu- und Abluftschächte nach aussen dringt, sowie an den grossen umgesetzten Luftmengen.

Die Ausseninstallation einer Wärmepumpe ist aus lärmschützerischer Sicht ungünstiger. Dabei ist vorgängig genau abzuklären, wo eine solche Anlage am besten aufgestellt werden soll, damit die Umgebung möglichst nicht mit übermässigem Lärm belastet wird.

Grenzwerte

Für den Aussenlärm sind die Nachtwerte relevant, sowohl bei der Emissionsberechnung wie auch bei den Grenzwerten. Die Grenzwerte für neu installierte Wärmepumpen richten sich nach Art. 7 Abs. 1 der Lärmschutzverordnung (LSV). Für lärmempfindliche Räume sind die Planungswerte nach der LSV (Anhang 6) am Lüftungsfenster einzuhalten. Für benachbarte, noch nicht bebaute Grundstücke in einer Bauzone gelten die Planungswerte an der Baulinie.

Die Grenzwerte am Immissionsort sind abhängig von der entsprechenden Empfindlichkeitsstufe (ES).

Die folgende Tabelle beinhaltet die minimalen Abstände, die nötig sind, um die Planungsewerte verschieden lauter Wärmepumpen einzuhalten (ohne Hindernisdämpfung).

 

Lärmpegel (Emission) der Wärmepumpe

 

45 dB (A)

50 dB (A)

55 dB (A)

60 dB (A)

65 dB (A)

70 dB (A)

Empfindlichkeitsstufe    

Minimal-Abstand Wärmepumpe - Empfangspunkt zur Einhaltung der Planungswerte

ES II

5 m

8 m

12 m

23 m

> 30 m

> 30 m

ES III

 5 m

5 m

8 m

14 m

24 m

> 30 m

Tabelle: Minimal-Abstände zur Einhaltung der Planungswerte 

Vorsorgeprinzip
Gemäss Art. 7, Abs. 1 lit. b ist dem Vorsorgeprinzip grundsätzlich und unabhängig von der Einhaltung der Belastungsgrenzwerte der LSV und der bestehenden Lärmbelastung (z. B. durch Strasse etc.) Rechnung zu tragen. Dieser Anspruch ist bei Wärmepumpen dann gewährleistet, wenn die Emissionen neu eingebauter Wärmepumpen dem Stand der Technik entsprechen und der Aufstellungsort richtig gewählt wird.
 

Der "Stand der Technik" als Teil des Vorsorgeprinzips wird zukünftig in der Vollzugshilfe 6.21 definiert. Bis auf weiteres ist bei der Berechnung ein Sicherheits- und Vorsorgezuschlag von 3 dB zu berücksichtigen.

Lärmschutzmassnahmen

Mit geeigneten Massnahmen kann die Lärmbelastung am Empfangspunkt herabgesetzt werden.

  1. Wahl des Typs
    Bei einer innen installierten Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde) kann Aussenlärm vollständig vermieden werden. Es ist allerdings nicht überall gestattet, eine Erdsonde zu installieren. Ob an einem bestimmten Standort die Wärmenutzung mittels einer solchen Wärmepumpenanlage erlaubt ist, muss vorgängig bei der Abteilung Umweltschutz und Energie des Kantons Glarus abgeklärt werden.

  2. Gerätewahl
    Es gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten. Der Schallpegel einer lauten Wärmepumpe kann bis zu 80 dB betragen, während eine leise Wärmepumpe nur 45 dB erreicht.
    Es empfiehlt sich daher, bei der Wahl einer Wärmepumpe auch auf den Schallleistungspegel für Innen und Aussen zu achten. Der Schallleistungspegel einiger Modelle findet sich auf der Website des Wärmepumpen-Testzentrums (WPZ) . Ansonsten empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen.

  3. Aufstellungsort
    Eine einfache und nicht zu unterschätzende Lärmschutzmassnahme ist die Positionierung des Gerätes sowie der Ab- und Zuluftschächte.
    Der Abstand und die Nutzung der betroffenen Räume sind zwei wichtige Kriterien. Positioniert man z. B. einen Abluftschacht vor einem lärmempfindlichen Raum, können aufwendige und teure Lärmschutzmassnahmen erforderlich sein .

  4. Schalldämpfer und andere technische Massnahmen
    Massnahmen zur nachträglichen Sanierung von zu lauten Wärmepumpen sind oft aufwendig und kostspielig. Die Wirkung von technischen Massnahmen zur Reduktion der Schallabstrahlung wird hingegen oft überschätzt. Massnahmen in der Planungsphase (Massnahmen 1. - 3.) sind deshalb technischen Massnahmen vorzuziehen.
    Wo einfache Massnahmen in der Planungsphase nicht ausreichen oder bei bereits installierten Geräten, können jedoch technische Massnahmen zur Reduktion der Schallausbreitung notwendig werden. Sämtliche technische Massnahmen sind grundsätzlich frequenzbezogen auszulegen. Prinzipiell gilt: Je tieffrequenter die Geräuschzusammensetzung ist, umso schwieriger ist es wirkungsvolle Massnahmen zu realisieren. Schalldämpfer und andere technische Massnahmen sind im Anhang der Vollzugshilfe 6.21 "Lärmtechnische Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen" beschrieben.
  Formular Lärmschutznachweis Wärmepumpe Aussenlärm  [XLS]
 

Innenlärm von Wärmepumpen

Bei innen aufgestellten Wärmepumpen kann es zu Problemen mit dem Innenlärm kommen, dabei muss sowohl der Luft- als auch der Körperschall beachtet werden.
 
Grenzwerte
Die Norm SIA 181:2006 legt den maximalen zulässigen Schallpegel L H von haustechnischen Anlagen in Wohnräumen fest. Dieser richtet sich nach der Lärmempfindlichkeit der Räume sowie nach der Anforderungsstufe. Dabei wird nicht zwischen Luft- und Körperschallübertragung unterschieden.
 
Für Innenlärm innerhalb der gleichen Nutzungseinheit gibt die Norm nur Empfehlungen ab. Messungen für Innenlärm werden bei geschlossenem Fenster durchgeführt.
 
Lärmschutzmassnahmen
In Sachen Innenlärm macht es keinen Unterschied, welchen Typ von Wärmepumpe man verwendet. Es treten sowohl Körper- als auch Luftschall auf. Der Schwerpunkt liegt beim Körperschall. Mit geeigneten Massnahmen wird die Lärmbelastung am Empfangspunkt herabgesetzt.
 
  1. Gerätewahl
    Es gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten, sowohl bei Luft-Wasser- als auch bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden). Der Schallpegel einer lauten Wärmepumpe kann bis zu  80 dB betragen, während eine leise Wärmepumpe nur 45 dB erreicht.
    Es empfiehlt sich daher, bei der Wahl einer Wärmepumpe auch auf den Schallleistungspegel für Innen und Aussen zu achten. Der Schallleistungspegel einiger Modelle findet sich auf der Website des Wärmepumpen-Testzentrums (WPZ) Töss. Ansonsten empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen.

  2. Aufstellungsort
    Eine einfache und nicht zu unterschätzende Lärmschutzmassnahme ist die Positionierung des Gerätes. Die Gebäudefundamentplatte (Kellerboden) ist für die Lagerung wesentlich günstiger als eine Geschossdecke, da diese zum Schwingen angeregt werden kann. Die unmittelbare Nähe von Büro-, Wohn- und Schlafräumen ist zu meiden.

  3. Lagerung
    Die wichtigste Massnahme gegen Körperschall ist die elastische Lagerung. Dazu wird die Wärmepumpe auf eine Platte mit Gummifüssen gestellt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen sowohl Platte als auch Füsse richtig dimensioniert werden.

  4. Entkoppelung
    Wenn die Wärmepumpe elastisch gelagert ist, kann Körperschall immer noch durch die abgehenden Leitungen übertragen werden. Um das zu verhindern, lassen sich so genannte Kompensatoren in die Leitungen einsetzen, also flexible Schläuche, welche um 90 bis 360 Grad gebogen sind. 
Lärmtechnische Beurteilung LWWP Mai15  [XLS, 461 KB]
 
Zurück zum Bereich Lärmschutz