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Beat Rigert ist in Bern und Mitlödi zu Hause. • Bild: Tina Wintle

Der Berner Ambassador aus Mitlödi

Der Public Newsroom zeigt regelmässig ein Portrait aus der «Glarner Woche». Heute geht es um einen Unternehmensberater, der seine Wurzeln in Mitlödi hat und gerne einen Ambassador Club Glarnerland gründen würde. • Von Tina Wintle

Beat Rigert ist in Mitlödi aufgewachsen. Hier hat er seine Wurzeln. Nach der Schulzeit im kleinen Dorf in Glarus Süd und der Kantonsschule in Glarus studierte er in Zürich Mathematik. Der Drang nach der Praxis veranlasste ihn dazu, nicht in der Mathematik zu verharren, sondern seinen beruflichen Weg weiter auf dem Gebiet der Informatik zu verfolgen.

1979 schloss er seine Ausbildung ab, zu einer Zeit, als es weder Laptops noch PCs gab. Er sei in Zürich hängen geblieben, weil es damals noch keine Jobs in seinem noch sehr jungen Berufsfeld gab. «Für Glarner ist es schwierig, in Zürich eine neue Heimat zu finden», schmunzelt er und erzählt, dass es ihn auch deshalb weiter nach Bern zog, wo es etwas weniger hektisch als in Zürich zu und her gehe. «Bern ist ein positiver Kompromiss, wenn man nicht im Glarnerland bleiben kann und es einem in Zürich nicht passt.» Die Bundesverwaltung, die damalige Telekom/PTT, Banken und Versicherungen waren damals die Kunden, die sich für Informatik interessierten und Beat Rigert hatte Spezialkenntnisse im Programmieren, war ein gefragter Experte.

Heute hat er nicht mehr viel mit Informatik zu tun. Seinen Wunsch nach Unabhängigkeit erfüllte er sich vor rund zehn Jahren und gründete seine eigene Firma. Als Unternehmensberater für öffentliche Verwaltungen konnte er auch in der Ostschweiz Kunden gewinnen und näherte sich so geografisch langsam wieder seiner alten Heimat. Heute sind er und seine Partnerin mit einem Bein in Bern zu Hause und dem anderen, dem immer stärker werdenden, in Mitlödi, wo er nach dem Tod der Mutter deren Haus übernehmen konnte. «Wir lassen uns im Moment ein wenig treiben.»

Rigert verfolgt gerne digitale Prozesse. Er interessiert sich beispielsweise für die Hausautomation. «Wie man mit dem Handy auf Screendruck zu Hause die Storen runter- und rauflassen kann, das fasziniert mich.» Er ist wach, wenn es um Themen der Digitalisierung geht. Die Fortschritte diesbezüglich seien schlussendlich aber gar nie so gross, wie anfangs befürchtet, «Fortschritt ist laufend, wird laufend akzeptiert und er verändert die Welt, wie andere Fortschritte zuvor ebenfalls die Welt verändert haben. Gesellschaftlich wird sich nicht viel ändern, die relevanten Werte sind doch immer noch in etwa die gleichen wie vor 50 Jahren, die Menschen streben seit jeher immer nach den gleichen Dingen.» Die Digitalisierung sei als Hilfsmittel der Gesellschaft zu verstehen. «So wie die Erfindung der Dampfeisenbahn die Welt zwar veränderte, sie jedoch nicht in ihren Grundwerten erschüttert hat.»

Beat Rigert ist leidenschaftlich gerne Präsident des Ambassador Clubs Bern – ein internationaler Freundschaftsclub. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zu einem gemeinsamen Lunch. Die Aufgabe des Präsidenten ist es, sich einzubringen, und so hat sich Rigert während seiner beiden Präsidialjahre dem Thema «Glarner Köpfe und/oder Glarner Themen» gewidmet. Er hat den Ambassador-Mitgliedern aus Bern das Glarnerland nähergebracht, hat eine Reise an die Landsgemeinde organisiert, hat mit Referaten die Textilindustrie, das Pumpspeicherwerk in Linthal oder Anna Göldi vorgestellt, Führungen organisiert sowie Persönlichkeiten aus dem Glarner Sport und der Politik getroffen. Die Berner Ambassadoren waren fasziniert, fasst Rigert zusammen: «Das Glarnerland ist interessanter, als wir Glarner manchmal selber meinen, es hat unglaublich viel Potenzial.»

Es würde ihm gefallen, einen Ambassador Club in Glarus zu gründen. «Das wäre eine schöne, interessante Sache.» Rigert ist sich bewusst, dass es bereits Niederlassungen im Glarnerland ähnlicher Frauen- und Männerclubs gibt. Trotzdem glaubt er, dass es für einen Ambassador Club Glarnerland nach Berner Modell einen Platz gibt und er würde sich freuen, interessierte Menschen – auch jüngere – als potenzielle Gründungsmitglieder kennenzulernen.

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