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Janine Dürst denkt stehts positiv. Foto: Angelika Tanner

Ins Schwarze getroffen

Der Public Newsroom zeigt regelmässig ein Portrait aus der «Glarner Woche». Heute geht es um eine erfolgreiche, junge Schützin aus Amden, die ausserdem eine Lehrstelle als Töff-Mech sucht. • Von Angelika Tanner.

Vor drei Jahren ist Janine Dürst auf der Suche nach einem Hobby über das Internet zufällig bei den Armbrustschützen Weesen gelandet. Der Sport hat ihr so gut gefallen, dass sie bis heute dabei geblieben ist. «Schiessen ist wie eine eigene Welt. Man konzentriert sich nur auf etwas Einziges. Das ist schön», findet die 14-Jährige. Alles andere blende sie aus. «Ich denke an nichts. Sonst trifft man sowieso nicht.» Den Schiesssport kannte Janine bereits durch ihre Mutter und deren Sturmgewehr. Allerdings waren ihr die Schüsse zu laut und sie bekam Kopfschmerzen davon. Die Armbrust gefällt ihr besser. «Dieser Sport ist ruhiger und passt besser zu mir als das Sturmgewehr. Ich selber bin nämlich auch ein ruhiger Mensch.» 

«Nur manchmal!», schaltet sich da ihr Trainer Jules Fäh ein. Er grinst. Janine grinst zurück. Die beiden Schützen verstehen sich gut miteinander. Fäh ist Vorstandsmitglied der Armbrustschützen Weesen und verantwortlich für die Ausbildung der Jungschützen. Man merkt, dass er stolz ist auf sein Nachwuchstalent. «Janine ist trainingsfleissig und konzentriert bei der Arbeit», sagt der Trainer. «Und Erfolge erzielt man nur durch Trainingsfleiss.»

Im vergangenen Jahr hatte Janine an verschiedenen Wettkämpfen sehr gute Plätze erzielt und im März ist sie sogar Junioren-Schweizermeisterin geworden. Auf diese Auszeichnung ist sie besonders stolz. Auch Trainer Fäh findet, sie mache sich sehr gut. Dann korrigiert er sich und sagt gespielt zurückhaltend: «Wir sind mehr oder weniger zufrieden mit ihren Leistungen.» Zu viel möchte er nämlich nicht loben, denn: «Sonst kommt es zu einer Stagnation und Stagnation bedeutet Rücktritt.»

An Rücktritt denkt Janine aber noch lange nicht. «Ich möchte immer so gut wie möglich sein, immer das Beste geben.» Erst nach dem letzten Schuss schaue sie auf die Resultate. Und sie bleibt stets gelassen, auch während Wettkämpfen. Dies, obwohl sie beim letzten Schuss stets die volle Punktzahl erreichen muss, um im Falle eines Punktegleichstands zu gewinnen. «Die Devise ist: Der letzte Schuss ist eine 10», zitiert sie ihren Trainer und lächelt.

Im Juli hat Janine am eidgenössischen Schützenfest teilgenommen, das nur alle drei Jahre stattfindet, dieses Jahr in Ringgenberg am Brienzersee. Während des zehntägigen Festes hat sie an verschiedenen Wettkämpfen teilgenommen. Gewonnen hat sie den Junioren-Stich mit 59 von 60 möglichen Punkten. Im Ehrengaben-Stich ist sie knapp nicht unter die ersten 150 Plätze gekommen. Sonst hätte sie sich eine der der Preisgeschenke aussuchen können, die von Holzbänken bis zu einer Armbrust reichten. Von diesen Preisen hatte es ihr ein grosser Werkzeugkasten im Wert von über 1000 Franken besonders angetan. «Den hätte ich gebraucht, um mein Töffli zu reparieren», sagt sie. Kaputt ist am Töffli zwar nichts, aber erst kürzlich hat sie zusammen mit ihrem Vater ein Rad entfernt und «getestet, ob alles in Ordnung ist, auch die Bremsen». Sie hofft, dass sie bald eine Lehrstelle als Töff-Mechanikerin findet. Das sei nicht so einfach. Aber Janine Dürst bleibt optimistisch. Nicht umsonst ist ihr Lebensmotto: «Stets positiv in die Zukunft denken.»

Kontakt Redaktion:  glawo@somedia.ch – «Glarner Woche»