Seltener Brutvogel findet Lebensraum im Chli Gäsitschachen

Der stark gefährdete Flussregenpfeifer brütet derzeit im Chli Gäsitschachen • Foto: Michael Gerber

Departement Bau und Umwelt • Das Naturschutzgebiet Chli Gäsitschachen soll den bodenbrütenden Flussregenpfeifer vor Störungen und Lebensraumverlust schützen. Daher gilt für alle Besucher, dass sie die sensiblen Kiesbänke der Linthaufweitung nicht betreten.

Am 1. Juni 2025 hat der Regierungsrat das Gebiet Chli Gäsitschachen in Mollis unter Schutz gestellt. Die Flussaufweitung bildet dabei das Kernstück des Naturschutzgebietes. Die immer wieder neu formierten Kiesbänke stellen einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Arten dar. So sind zum Beispiel kiesbrütende Vogelarten wie der stark gefährdete Flussregenpfeifer auf Kiesbänke angewiesen. Auch im Chli Gäsitschachen «rollt» dieser kleine zarte Vogel wie auf Rädern mit seinen Trippelschritten über den Kies. Er brütet die steinfarbenen Eier am Boden zwischen Kieselsteinen aus und ist schweizweit ein seltener Brutvogel. Gewässerbegradigungen sind die Hauptursache, weshalb der Vogel immer seltener wurde. Aber auch andere Gefahren machen ihm zu schaffen.

Jedoch ziehen Kiesbänke nicht nur Vögel an, sondern auch erholungssuchende Menschen. Störungen durch das Betreten von Kiesbänken wirken sich gravierend auf den Bruterfolg dieses Vogels aus. Entweder werden dadurch geeignete Gebiete wie das Chli Gäsitschachen nicht mehr durch den Vogel besiedelt, oder die Störungen führen zu Verlusten von Eiern und Jungvögeln, wie dies in den letzten Jahren leider nachweislich der Fall war. 

Die Kiesinseln sind nicht zu betreten

Gut getarnt: die steinfarbenen Eier des Flussregenpfeifers zwischen den Kieselsteinen•Foto: Michael Gerber

Wenn Gefahr für die Eier oder die Küken droht, zeigen die Altvögel ein spezielles Verhalten. Sie locken die Aufmerksamkeit auf sich, indem sie eine Verletzung simulieren und Angstrufe ausstossen, um so den Feind vom Nachwuchs wegzulocken. Ist die Gefahr vorbei, kehren die Altvögel zum Nest zurück. Solche Situationen führen allerdings zu starkem Stress bei den Altvögeln. 

Aus diesen Gründen besteht unter anderem auch im Naturschutzgebiet Chli Gäsitschachen ein Betretungsverbot der Kiesbänke, und Hunde müssen im gesamten Schutzgebiet an der Leine geführt werden. Mit einem ungestörten und ruhigen Lebensraum kann dem Flussregenpfeifer jedoch auch im Glarnerland eine Chance zum Überleben gegeben werden. Deshalb ist es aktuell noch wichtiger den Schutzbeschluss umzusetzen. Dabei wird an alle Ruhesuchenden appelliert, sich nur auf den offiziellen Wegen zu bewegen und die Kiesinseln nicht zu betreten.

Weitere Informationen zum Schutzgebiet Chli Gäsitschachen finden sich auch der Webseite des Kantons.

Medienkontakt:

Petra Vögeli, 055 646 64 50, petra.voegeli@gl.ch, Freitag, 27. Juni 2025, von 9 bis 10 Uhr.