Schutzgebiet Feldbach in Mollis: Lebensraum für Amphibien und Erholung für Menschen

Weiher im Schutzgebiet Feldbach: Um Wasserflächen offen zu halten, wurde das Schutzgebiet ausgelichtet und Gehölze entnommen • Foto: Darko Cetojevic

Departement Bau und Umwelt • Unter Leitung des Departements Bau und Umwelt wurde die ökologische Sanierung des Schutzgebiets Feldbach in Mollis abgeschlossen. Entlang der Kantonstrasse wurden zum Schutz der Amphibien für eine sichere Querung der Strasse Leitwerke gebaut und weitere Laichgewässer geschaffen. Ab sofort können Erholungssuchende wieder ungestört Naturerlebnisse geniessen.

Der Feldbach in Mollis ist wieder ein grünes Bijou und sicherer Lebensraum für Frösche, Kröten und andere kleine Bewohner. Seit Mittwoch sind die Bauarbeiten an den Amphibienleitwerken um das Schutzgebiet entlang der Kantonsstrasse abgeschlossen. Die ökologischen Aufwertungsarbeiten sind ebenfalls fast finalisiert; die letzten Sträucher werden in diesen Tagen gepflanzt.

Leitwerke und Tunnel, damit Tiere nicht überfahren werden

«Dank der guten Koordination der Tiefbau- und ökologischen Aufwertungsarbeiten konnte das bestehende Schutzgebiet für die bedrohte Artengruppe der Amphibien stark aufgewertet werden», erklärt Departementsvorsteher Thomas Tschudi. Im Schutzgebiet wurde ausgeholzt, um ein Mosaik aus offenen Wasserflächen, Schilf, Gehölz und Moorlebensräumen zu erhalten. Auf kleinem Raum eng verzahnte Lebensräume bieten vielen verschiedenen Arten Unterschlupf und Nahrung und sind für eine hohe Biodiversität von grosser Bedeutung. Vor allem Grasfrösche und Erdkröten profitieren.

Für die besonders gefährdete Gelbbauchunke wurden Wannen vergraben, da diese Art kleine, warme Tümpel braucht, in denen ihre Kaulquappen vor gefrässigen Räubern geschützt sind. Damit die Tiere bei ihren Wanderungen nicht überfahren werden, wurden auf 430 Laufmetern neue Leitwerkelemente entlang der Kantonsstrasse verbaut. Die Tiere können durch vier Durchlässe die Strasse gefahrlos unterqueren. Erfahrungsgemäss werden solche Durchlässe auch von vielen anderen Kleintieren, wie Igeln, genutzt.

Sitzbänke aufgestellt, Wege umgestaltet

Der Feldbach wird auch als Naherholungsgebiet geschätzt. Gerne kommen Erholungssuchende, um hier ein Stück Natur erleben zu können. Für sie wurden zwei weitere Sitzbänke aufgestellt und die Wege so gestaltet, dass diese auch mit Rollstühlen und Kinderwagen gut befahrbar sind.

Als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ist das Schutzgebiet auch ein wichtiges Kerngebiet der Ökologischen Infrastruktur. Als ökologisches Pendent zu menschlichen Infrastrukturen dient sie der Vernetzung und dem Erhalt hochwertiger Lebensräume für eine Vielzahl von Arten. Die Aufwertung von Biotopen, Kerngebieten der Ökologischen Infrastruktur, ist ein wichtiger Aspekt der künftigen kantonalen Biodiversitätsstrategie.

Medienkontakt:

Petra Vögeli, Abteilungsleiterin Umweltschutz und Energie sowie Fachspezialistin technischer Umweltschutz, 055 646 64 69E-Mail Petra Vögeli.

: Amphibienleitwerk entlang der Strasse: Diese Einrichtung ermöglicht es Amphibien und kleinen Tieren, sicher unter der Strasse hindurch zu gelangen • Fotos: Darko Cetojevic
: Durchlass unter der Kantonsstrasse für wandernde Amphibien und Kleintiere
: Für die wärmebedürftigen, konkurrenzschwachen Kaulquappen der Gelbbauchunken (kleines Bild), wurden kleine Tümpel angelegt; für Beobachtende neue Sitzbänkli • Fotos: Fridli Marti/Darko Cetojevic
: Im Schutzgebiet Feldbach gibt es ein buntes Lebensraummosaik aus Fliess- und Stillgewässern, Rietflächen und Gehölzen
: Herbst im Feldbach; Das ökologisch aufgewertete Schutzgebiet wartet auf amphibische Bewohner, die ab Februar hier laichen