Strassenbauprogramm 2021: Bei den Radrouten soll es vorwärts gehen

Veloweg
2021 sollen unter anderem zwei Radroutenabschnitte im Kanton Glarus ausgebaut werden • Foto: Wey/Keystone

Regierungsratssitzung 29. September 2020 • Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, dem Strassenbauprogramm 2021 und einem Kredit von 450’000 Franken für den Ausbau und ordentlichen Unterhalt der Radrouten Linthal–Bilten und Niederurnen–Mühlehorn zuzustimmen. Zudem wird über verschiedene Massnahmen im öffentlichen Verkehr informiert.

Strassenbauprogramm 2021

Der Regierungsrat schlägt dem Landrat für 2021 folgendes Strassenbauprogramm vor:

  • Linthbrücke Mitlödi; 1'700'000 Franken 
  • Sanierung «Blinddarm» Mühlehorn; 600'000 Franken 
  • Sanierung Sernftalstrasse Schwanden, Abschnitt Föhnen–Au; 1'100'000 Franken 
  • Sanierung Hauptstrasse Luchsingen; 100'000 Franken 
  • Sanierung Nebenstrasse Haslen–Hätzingen, 3. Etappe; 350'000 Franken 
  • Sanierung und Ausbau Strasse Tiefenwinkel, Mühlehorn; 750'000 Franken 
  • Sanierung Lerchenstrasse Netstal–Riedern; 850'000 Franken 
  • Sanierung Soolerstrasse Ennetlinth, Mitlödi; 750'000 Franken 
  • Sanierung Stützmauer Soolsteg und Wartstalden, Sernftalstrasse; 300'000 Franken 
  • Sanierung Klöntalerstrasse; Abschnitt Büttenenebene; 500'000 Franken 
  • Sanierung Stützmauer «i de Berge»; Pragelstrasse; 100'000 Franken 
  • Sanierung Lehnenkonstruktion Beglingen; Kerenzerbergstrasse; 500'000 Franken 
  • Umfahrungsstrassen; 30'000 Franken 
  • Stichstrasse Näfels–Mollis; 6'000'000 Franken 
  • Querspange Netstal; 850'000 Franken 
  • Ausbau Netstalerstrasse; 300'000 Franken 

Unterhalt Kantonsstrassen

Unterhaltsarbeiten

Für bauliche Unterhaltsarbeiten an Kantonsstrassen und Verkehrswegen sind im Budget 2021 insgesamt 950'000 Franken veranschlagt. Davon entfallen für den betrieblichen Unterhalt (Strassenreinigung, Markierung, Signalisation usw.) 600'000 Franken. Für die Sicherheitsholzerei entlang der Kantonsstrassen sind 200'000 Franken budgetiert.

Belagserneuerungen

Kleinere Belagssanierungen wie der Ersatz der Verschleissschicht (Deckbelag) werden in der Erfolgsrechnung budgetiert. Grössere Sanierungen wie der Ersatz der Trag- oder Binderschichten werden in der Investitionsrechnung veranschlagt. Für die Sanierung von Winterschäden und Sofortmassnahmen sowie für die Planung der Projekte der Folgejahre sind je 100'000 Franken veranschlagt.

Nationalstrassen und Abwassergebühren

Für die Leistungen «Nationalstrassengebiet» ist im Budget 2021 eine Million Franken eingestellt. 

Lärmsanierungen

Für Lärmsanierungen sind gesamthaft 300'000 Franken im Budget 2021 eingestellt. Vom Bund werden Beiträge von 30'000 Franken erwartet. In Niederurnen, Näfels und Glarus werden die angefangenen Fenstersanierungsarbeiten weitergeführt. In Schwanden, Mitlödi, Nidfurn und Leuggelbach werden Fenstersanierungen vorgenommen und in Luchsingen und Hätzingen werden Ausführungsprojekte genehmigt.

Radrouten

Die Projektleitungsstelle kantonales Radroutennetz konnte besetzt werden. 2021 sind folgende Massnahmen geplant:

  • Projektierung Steinschlagschutz Radweg Gäsi (80'000 Fr.)
  • Lokale Verbesserungsmassnahme (130'000 Fr.)
  • Erstellen Radroutenkonzept (50'000 Fr.)
  • Planung Projekte (150'000 Fr.)
  • Unterhaltsmassnahmen durch Werkhof Biäsche (30'000 Fr.)
  • Verkehrsmessungen (10'000 Fr.)

Öffentlicher Verkehr

Pandemie-Auswirkungen noch nicht bezifferbar

Die finanziellen Folgen der Coronavirus–Pandemie für den öffentlichen Verkehr im Kanton Glarus sind noch nicht bekannt. Es ist mit steigenden Abgeltungen zu rechnen. Der Bundesrat hat ein Massnahmenpaket zur Unterstützung des öffentlichen Verkehrs geschnürt, welches aktuell im Bundesparlament beraten wird.

Bussausschreibung

Sollte bezüglich der gerichtlich angefochtenen Busausschreibung bis Ende 2020 kein rechtsgültiger Entscheid vorliegen, müssen für die Bestellperiode 2022/2023 die Konzessionen wiederum mit den bisherigen Konzessionären verlängert werden.

Betreiberwechsel S6

Die S6 Rapperswil–Schwanden wird ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 von der Schweizerischen Südostbahn (SOB) betrieben, welche gleichzeitig die Konzessionen für diese Linie sowie für den Bahnersatzbus Schwanden–Linthal von der SBB übernimmt. Zum Einsatz kommen vierteilige Flirt-Züge der Firma Stadler Rail mit durchgehendem Tiefeinstieg. 

Behindertengleichstellungsgesetz

Das Behindertengleichstellungsgesetz von 2003 gibt vor, dass nach einer Übergangszeit von 20 Jahren der gesamte öffentliche Verkehr für alle barrierefrei und autonom zugänglich sein muss. Für die behindertengerechte Ausgestaltung der Bushaltestellen sind in der Schweiz die jeweiligen Strasseneigentümer zuständig. Im Kanton Glarus liegen 82 Haltestellen auf der Kantonsstrasse, 42 Haltestellen auf Gemeindestrassen sowie 15 Haltestellen auf Grundstücken Dritter. Die Anpassung der Kantonshaltestellen an die neuen Normen erfolgt aus Kosten- und Ressourcengründen möglichst zeitgleich mit den zu sanierenden Strassenabschnitten. 2021 werden die Haltestelle Au an der Sernftalstrasse in Schwanden und die Haltestelle Lerchen in Riedern zusammen mit der Strassensanierung ausgebaut.