Mühlehorn
8874 Mühlehorn
428 m ü. M.
440 Einwohner
Homepage: www.muehlehorn.ch
Das östlichste zu Kerenzen gehörende Dorf, liegt am Südufer des Walensees, auf dem Schwemmkegel (“Horn“) des Meerenbachs. Zu Mühlehorn gehören die Weiler Vortobel, Tiefenwinkel und Mühletal an der nordöstlichen Kantonsgrenze. 1551 wurde Mülihorn erstmals in schriftlicher Form erwähnt. Wohl im 15. Jahrhundert kam es in glarnerischen Besitz und blieb bis 1885/87 Mitglied des Verwaltungstagwens Kerenzen. Es gehörte hingegen bis 1806 zu Obstalden.
Als geeigneter Anlegeplatz wurde es wahrscheinlich zuerst von Fischern und Schiffleuten bewohnt. 1575 wurde erstmals ein Mühlenbesitzer erwähnt. Die im 18. Jahrhundert erbaute Hammerschmiede renovierte man 1966 und eröffnete sie 1971 wieder. Sie ist eine der ältesten noch betriebenen Schmieden der Schweiz und steht zur Besichtigung offen.
1760 kam es zur Gründung einer eigenen reformierten Kirchgemeinde. Die Kirche von 1761 war ein Werk von Hans Jacob Messmer, der zum Umkreis des Baumeisters Hans Ulrich Grubenmann gehörte.
Im 19. Jahrhundert existierten in Mühlehorn zahlreiche Gewerbe, zum Beispiel die Müllerei, die Schiffahrt, der Holzhandel und die Viehzucht. Die drei im Helvetischen Kataster von 1801 verzeichneten, vom Meerenbach getriebenen Mühlen sind längst umgewandelt oder stillgelegt worden. Auch die 1878 erbaute Walzmühle der Gebrüder Heussi brannte 1907 bis auf die Grundmauern nieder, wurde 1908 neu aufgebaut, diente ab 1973 noch als Lagerhaus und wurde 1980 erneut ein Raub der Flammen.
Zwischen 1837 und 1840 errichtete Mühlehorn das erste, 1912 das heutige Primarschulhaus. Um die Wende zum 20. Jahrhundert betrug die Einwohnerzahl rund 550.
1859 wurde die Gemeinde ans Netz der Vereinigten Schweizerbahnen angeschlossen. Zwischen Mühlehorn und Mülital (Obstalden) wurde bis 1924 Zementmergel abgebaut und in einer Fabrik am selben Ort verarbeitet. Im November dieses Jahres fand der Abbau ein jähes Ende, als bei zwei Felsstürzen das Bahngleis sowie die Zementfabrik verschüttet wurden. Der Zürcher Geologe Albert Heim empfahl, die Eisenbahnstrecke in einen Tunnel zu verlegen. Von anderer Seite wurde angeregt, in diesem Fall das bisherige Bahntrassee in eine Strasse umzuwandeln. Beides wurde 39 Jahre später mit der Eröffnung der Walenseestrasse Wirklichkeit. Auf einem Teil der alten Bahnlinienführung kam dann der Veloweg zu liegen. Heute besitzt Mühlehorn zudem einen eigenen Autobahnanschluss.
Das Dorf bewohnten Ende des 20. Jahrhunderts rund 500 Personen, nachdem 1960 fast 700 Leute registriert worden waren. Grösster Arbeitgeber ist eine Firma für Webmaschinenzubehör. Im Sommer ist ein Strandbad in Betrieb. In den kurzen Tagen des Jahres ist der Sonnenstrahl aus dem Mürtschenloch von Hüttenbergen (Obstalden) bis nach Mühlehorn zu sehen.
