Näfelser Fahrt

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Fahrtsfeier

Der Ablauf des kantonalen Feiertages „Näfelser Fahrt“ geht auf einen Landsgemeindebeschluss von 1835 zurück. Am ersten Donnerstag im April (ausser er falle in die Karwoche), ziehen um 7.15 Uhr vom Zeughaus Glarus militärische Ehrenformation, Harmoniemusik, Tambouren, Glarner Kantonal Gesangverein und manche Glarner und Glarnerinnen Richtung Näfels. Gleichzeitig begibt sich die katholische Prozession, angeführt von Kreuz- und Fahnenträgern, von der St. Fridolins Kirche Glarus aus nach Näfels, wo sich die beiden Züge im Schneisingen mit den Unterländern vereinigen. Dort, beim ersten Gedenkstein nimmt die Feier nach dem Eintreffen der Regierung ihren hochoffiziellen Anfang mit der von Musik und Gesang umrahmten Rede des Landammanns oder Landesstatthalters. Danach begibt sich der Festzug vorbei an Gedenksteinen, bei denen die Prozession Gebete verrichtet, zum Fahrtsplatz.

Auf das von Gesangverein und Harmoniemusik begleitete Lied „Grosser Gott, wir loben Dich“ folgt das Verlesen des mittelalterlichen Fahrtsbriefes. Dieser schildert Vorgeschichte und Hergang der Schlacht und nennt die Namen der 1388 im Zusammenhang mit der Schlacht bei Näfels Umgekommenen. Darauf hält abwechselnd ein reformierter oder katholischer Geistlicher die Predigt, der sich ein musikalischer Vortrag anschliesst. Dann ziehen die Züge zum Schlachtdenkmal, wo den beiden Vereinen zugehört und die Landeshymne mitgesungen werden kann. Nach dem Gang zum elften Gedenkstein enden Bittgang und offizielle Feier gemeinsam mit dem feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche Näfels, während auf den Näfelser Strassen längst lebhaftes Markttreiben herrscht.

Geschichte

Die Schlacht bei Näfels fand am 9. April 1388 statt. Ein habsburgisches Heer überwand die Letzimauer und drang raubend ins Land ein, derweil sich die Glarner, verstärkt von weiteren Eidgenossen, besammelten. In der Schlacht wird das zahlenmässig weit überlegene Heer vernichtend geschlagen. – Der Sieg wurde dank der Fürsprache des Landesheiligen erreichter göttlicher Hilfe zugeschrieben, was später zu Auseinandersetzungen und während rund 180 Jahren zu konfessionell getrenntem Erinnern führte.

Fahrtsbrief