Informationen Schlichtungsstelle nach Gleichstellungsgesetz

Verfahren vor der Schlichtungsstelle

Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos und wird mündlich geführt.

Frauen und Männer die im Kanton Glarus wohnen oder arbeiten, können bei der Schlichtungsstelle schriftlich oder mündlich ein Schlichtungsgesuch einreichen. Das Gesuch muss die Forderungen an die Arbeitgeberin oder den Arbeitnehmer enthalten. Das Verfahren muss eingereicht werden, bevor der Rechtsweg über ordentliche Gerichte beschritten wird.

Die Schlichtungsstelle wird die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber auffordern, zum Gesuch Stellung zu nehmen.

Ergibt sich keine Einigung, lädt die Schlichtungsstelle beide Parteien zu einer Schlichtungsverhandlung ein. Einigen sich die Parteien hat den Vergleich die gleiche Wirkung wie ein gerichtliches Urteil. Kommt keine Einigung zustande, kann der ordentliche Rechtsweg beschritten werden.

Für die Schlichtungsstelle verlangt das Gesetz eine doppelte paritätische Zusammensetzung, d.h. die Vertretung beider Geschlechter und auch beider Sozialpartner.

Formular

Mit Hilfe des nachfolgenden Formulars können Sie Antrag auf eine Schlichtungsverhandlung stellen. Das Word-Formular können Sie direkt am Computer ausfüllen. Der Antrag muss handschriftlich unterzeichnet und an die nachfolgende Adresse geschickt werden:

Staatskanzlei
Schlichtungsstelle nach GlG
Rathaus
8750 Glarus

Besonderheiten des Gleichstellungsgesetzes:

  • Eine Frau oder ein Mann die/der von einer Verletzung des GlG betroffen ist, muss eine Diskriminierung nur glaubhaft machen. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss nachweisen, dass keine verbotene Ungleichbehandlung vorliegt.

  • Einem Mann oder einer Frau darf während eines Verfahrens wegen Diskriminierung im Erwerbsleben und sechs Monaten danach, nicht gekündigt werden.

  • Betrifft die Diskriminierung voraussichtlich mehrere Arbeitsverhältnisse, haben Organisationen (Angestelltenverbände, Frauenorganisationen, usw.) ein eigenes Klage- und Beschwerderecht.

Besondere Fristen bei privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen:

  • wird jemand Aufgrund des Geschlechts nicht angestellt, hat sie oder er drei Monate Zeit, um ein Schlichtungsbegehren zu stellen
  • wird jemand aufgrund des Geschlechts entlassen, so muss er oder sie während der Kündigungsfrist gegenüber der Arbeitgeberin oder Arbeitgeber schriftlich Einsprache erheben. Wird das Arbeitsverhältnis trotzdem beendet, haben die betroffene 180 Tage Zeit, um ein Schlichtungsbegehren zu stellen (und danach beim ordentlichen Richter zu gelangen)
  • eine Rachekündigung muss vor Ende der Kündigungsfrist angefochten und die provisorische Wiederanstellung verlangt werden