Gefährdungsanalyse und Vorsorge

Gefährdungs- und Defizitanalyse für den Kanton erarbeitet

Gemäss Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz sorgt der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen für die Forschung und Entwicklung im Bevölkerungsschutz, insbesondere in den Bereichen der Gefährdungsanalyse und der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen. Für den Bevölkerungsschutz sind, unter Vorbehalt bundesrechtlicher Kompetenzen, die Kantone zuständig. Ihnen obliegen insbesondere das Planen und Ergreifen erforderlicher Massnahmen im Falle von Katastrophen und Notlagen.

Der Kanton Glarus hat unter Federführung der Hauptabteilung Militär und Zivilschutz eine umfassende Gefährdungs- (2013) und Defizitanalyse (2015) von Basler&Hofmann erarbeiten lassen.
Ziel der Gefährdungsanalyse war es, die relevanten Gefährdungen für den Kanton zu identifizieren und die Risiken als Grundlage für eine weitergehende Massnahmenplanung zu analysieren. Die Gefährdungsanalyse orientiert sich am Leitfaden KATAPLAN des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz. Sie analysiert und beurteilt gleichzeitig insgesamt 9 aus Sicht des Bevölkerungsschutzes für den Kanton Graubünden relevante Gefährdungen: drei naturbedingte, drei technikbedingte und drei gesellschaftsbedingte Gefährdungen. Die untersuchten Gefährdungen sind sehr unterschiedlich. Um das spezifische Risiko zu ermitteln, wurden deshalb für jede Gefährdung Referenzszenarien entwickelt und für diese die Eintretenshäufigkeit sowie das potenzielle Schadensausmass geschätzt. Basis dazu waren Expertenschätzungen und vorhandene Daten und Grundlagen. Die Risiken jeder einzelnen Gefährdung wurden anschliessend in einer Risikomatrix dargestellt. Mit der Gefährdungsanalyse machte der Kanton Glarus einen wichtigen Schritt im Rahmen eines kontinuierlichen integralen Risikomanagements und leistet einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Sicherheitslage im Kanton.

Gefaehrdungsanalyse Glarus  [PDF, 2.00 MB]
Szenarienkatalog  [PDF, 2.00 MB]

Auf Basis der in der Gefährdungsanalyse erarbeiteten repräsentativen Gefährdungsszenarien wurden Defizite der Ereignisbewältigung identifiziert. Es wurde erkannt, dass sich unsere Gesellschaft immer besser gegen bekannte Gefahren schützt und gleichzeitig immer verletzlicher gegenüber neuen Gefahren wird. Aus diesem Grund wurde der Fächer geöffnet und die Defizitanalyse beschränkte sich nicht alleine auf die Gefährdungsszenarien, sondern auf die Verletzlichkeit des Systems Bevölkerungsschutz. Aus allen erkannten Defiziten wurden rund 33 geeignete Massnahmen abgeleitet, davon mehrere konzeptioneller Natur. Die nun vorliegende Studie gelangt zur Erkenntnis, dass zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes zuerst wesentliche Konzepte für die Ereignisbewältigung zu erstellen sind, die heute teilweise noch gänzlich fehlen. Erst wenn solche bestehen, lässt sich ein kohärenter Massnahmenmix mit klar bezifferbaren Kosten sowie Prioritäten zur Behebung der festgestellten Defizite im Bevölkerungsschutz schaffen, über dessen Umsetzung entschieden werden kann. Mit diesem Vorgehen soll sichergestellt werden, dass insbesondere auch die aus dem Alltag vorhandenen Mittel und Ressourcen in einem Ereignisfall optimal eingesetzt werden können. Es sind Konzepte in folgenden Bereichen zu schaffen:

  1. Business Continuity Management (Sicherstellung der wichtigsten kantonalen Prozesse in allen Lagen) inkl. Verzichtsplanung
  2. Analyse und Optimierung der Organisation Bevölkerungsschutz 
  3. Lageverbund 
  4. Kommunikation für bevölkerungsschutzrelevante Lagen 
  5. Ressourcenmanagement Kanton (ResMaK)

Defizitanalyse  [PDF, 452 KB]