Warnungsentzug

Entzug trotz leichtem Fall

Der Führerausweis muss gemäss Art. 16a Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) für mindestens einen Monat entzogen werden, wenn eine leichte Widerhandlung begangen wurde und zusätzlich in den vorangegangen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (z.B. Verwarnung).

Mittelschwere Widerhandlungen

Nach einer mittelschweren Widerhandlung muss der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen werden.

Eine mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b SVG) begeht, wer:

  • durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt;
  • in angetrunkenem Zustand, jedoch mit einer nicht qualifizierten Blutalkoholkonzentration (0.5 – 0.79 ‰) ein Motorfahrzeug lenkt und dabei zusätzlich eine leichte Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begeht;
  • ein Motorfahrzeug führt, ohne den Führerausweis für die entsprechende Kategorie zu besitzen;
  • ein Motorfahrzeug zum Gebrauch entwendet hat.

Schwere Widerhandlungen

Nach einer schweren Widerhandlung muss der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen werden.

Eine schwere Widerhandlung (Art. 16c SVG) begeht, wer:

  • durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt;
  • in angetrunkenem Zustand mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration (ab 0.8 ‰) ein Motorfahrzeug führt;
  • wegen Betäubungs- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Gründen fahrunfähig ist und in diesem Zustand ein Motorfahrzeug führt;
  • sich vorsätzlich einer Blutprobe, einer Atemalkoholprobe oder einer anderen Voruntersuchung, die angeordnet wurde oder mit deren Anordnung gerechnet werden muss, oder einer zusätzlichen ärztlichen Untersuchung widersetzt oder entzieht oder den Zweck dieser Massnahme vereitelt;
  • nach Verletzung oder Tötung eines Menschen die Flucht ergreift;
  • ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzug führt.

Kaskadensystem

Wer wiederholt gegen die Verkehrsregeln verstösst, wird härter angefasst. Für jeden Wiederholungsfall sieht das Strassenverkehrsgesetz stufenweise verschärfte Mindestmassnahmen vor (sog. Kaskadensystem). Die Abstufung geht von der aktuellen Widerhandlung aus und hängt von der Anzahl und Schwere früherer Widerhandlungen ab, die zu Administrativmassnahmen geführt haben.

Beispiele:

  • Wer innert zwei Jahren, nachdem ihm der Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen war, erneut eine mittelschwere Widerhandlung begeht, muss seinen Führerausweis für mindestens vier Monate abgeben.
  • Wer innert fünf Jahren, nachdem ihm der Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung entzogen war, erneut eine schwere Widerhandlung begeht, dem wird der Führerausweis für mindestens zwölf Monate entzogen.
  • Nach vier mittelschweren oder drei schweren Widerhandlungen innert zehn Jahren sieht das Gesetz einen Ausweisentzug für unbestimmte Zeit, mindestens aber für zwei Jahre vor, sofern in diesem Zeitraum kein fünfjähriges massnahmenfreies Intervall liegt. Diese Person gilt von Gesetzes wegen als fahrungeeignet. Kann der Führerausweis - nach erbrachtem Nachweis der Fahreignung - wieder erteilt werden, dürfen während den folgenden fünf Jahren keine elementaren Verkehrsregeln verletzt werden. Denn eine erneute mindestens mittelschwere Widerhandlung in dieser Zeit führt praktisch zu einem Ausweisentzug für immer.