Verfahren / Ablauf

Abwarten des Strafentscheids (Bindung der Administrativbehörde)

Die Administrativbehörde hat grundsätzlich mit dem Entscheid zuzuwarten, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt. Ausnahmen sind nur dann zulässig, wenn in Bezug auf den Schuldpunkt der in Frage stehenden Widerhandlung keinerlei Zweifel bestehen. Liegt ein rechtskräftiger Strafentscheid vor, so ist die Administrativbehörde grundsätzlich an diesen gebunden. Insbesondere darf sie nur in den vom Bundesgericht umschriebenen (seltenen) Ausnahmefällen von den tatsächlichen Feststellungen der Strafverfolgungsbehörde bzw. des Strafgerichts abweichen.

Rechtliches Gehör

Bei Eröffnung des Verfahrens erhält die betroffene Person als erstes die Möglichkeit, sich vor Erlass einer Administrativmassnahme zu äussern.

Verfügung

Nach Eingang der Stellungnahme wird die Massnahme mittels beschwerdefähiger Verfügung angeordnet. Ohne fristgerechte Stellungnahme erfolgt die Verfügung aufgrund der Aktenlage. Der Führerausweis ist gemäss dem in der Verfügung festgelegten Abgabedatum der Staats- und Jugendanwaltschaft (Administrativmassnahmen, Gerichtshaus / Spielhof 6, 8750 Glarus) zukommen zu lassen. Bei Verlust trägt der/die Absender/in die Beweislast für die Postaufgabe. Es wird deshalb empfohlen, den Führerausweis eingeschrieben einzusenden.

Nach Ablauf der Entzugsdauer wird der Führerausweis der berechtigten Person mit der Post zugestellt.

Wird ein blauer (alter) Führerausweis entzogen, so muss nach Ablauf der Entzugsdauer auf Kosten der betroffenen Person ein neuer Führerausweis (FAK = Führerausweis im Kreditkartenformat) ausgestellt werden. Das entsprechende Umtausch-Formular wird der Entzugsverfügung beigelegt.

Gesamtmassnahme

Müssen gleichzeitig mehrere Widerhandlungen, die einen Führerausweisentzug mit sich bringen können, beurteilt werden, ist Art. 49 Ziff. 1 StGB analog anzuwenden. Dabei ist die Entzugsdauer für die schwerste Widerhandlung zu bestimmen und diese angemessen zu erhöhen.