IVSE (Interkantonale Vereinbarung für Soziale Einrichtungen)

Aufgaben

Die Fachstelle Heimwesen ist die IVSE-Verbindungsstelle des Kantons Glarus. Die Interkantonale Vereinbarung für Soziale Einrichtungen (IVSE) regelt die Aufnahme von Personen mit besonderen Betreuungs- und Förderungsbedürfnissen in geeigneten Einrichtungen ausserhalb des Wohnkantons. Die IVSE umfasst dabei folgende Bereiche von Einrichtungen:

  1. Stationäre Einrichtungen, die gestützt auf eidgenössisches oder kantonales Recht Personen bis zum vollendeten 20. Altersjahr, längstens jedoch bis nach Abschluss der Erstausbildung beherbergen, sofern sie vor Erreichen der Volljährigkeit in eine Einrichtung eingetreten oder dort untergebracht worden sind. Im Fall von Massnahmen gemäss dem Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht liegt die Altersgrenze unabhängig vom Eintrittsalter beim vollendeten 22. Altersjahr.
  2. Einrichtungen für erwachsene, invalide Personen oder Einheiten solcher Einrichtungen gemäss dem Bundesgesetz über die Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen (IFEG):
        1. Werkstätten, die dauernd intern oder an dezentral ausgelagerten Arbeitsplätzen invalide Personen beschäftigen, die unter üblichen Bedingungen keine Erwerbstätigkeit ausüben können; 
        2. Wohnheime und andere betreute kollektive Wohnformen für invalide Personen;
        3. Tagesstätten, in denen invalide Personen Gemeinschaft pflegen und an Freizeit- und Beschäftigungsprogrammen teilnehmen können. Einheiten von Einrichtungen, welche die gleichen Leistungen wie die Einrichtungen gemäss den Buchstaben a–c erfüllen, sind gleichgestellt.
  3. Stationäre Therapie- und Rehabilitationsangebote im Suchtbereich (Der Kanton Glarus ist dem Bereich C nicht beigetreten)
  4. Einrichtungen der externen Sonderschulung:
    1. Sonderschulen für Unterricht, Beratung und Unterstützung inklusive integrativer Sonderschulung sowie für die Tagesbetreuung, sofern diese Leistung von der Einrichtung erbracht wird;
    2. Früherziehungsdienste für Kinder mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Kinder;
    3. Pädagogisch-therapeutische Dienste für Logopädie oder Psychomotoriktherapie, sofern diese Leistungen nicht innerhalb des Regelschulangebotes erbracht werden.

Als IVSE-Verbindungsstelle des Kantons Glarus ist die Fachstelle zuständig für:

  • die Entgegennahme und Bearbeitung von Gesuchen um Kostenübernahmegarantie und den Entscheid über dieselben;
  • die Koordination der Information und der Geschäftsbearbeitung mit Verwaltungen sowie Einrichtungen und Vertretungen innerhalb des Kantons;
  • den Informationsaustausch und die Geschäftsbearbeitung mit Verbindungsstellen anderer Vereinbarungskantone;
  • die Führung eines Registers über die erteilten Kostenübernahmegarantien.

Im Online-Schalter finden Sie für den Bereich IVSE:

  • Kostenübernahmegarantie für den Bereich A und D;
  • Kostenübernahmegarantie für den Bereich B;
  • Austrittsmeldung;
  • Merkblatt betreffend der Finanzierung von straf- und zivilrechtlichen Platzierungen von Kindern und Jugendlichen in Heimen oder heimähnlichen Einrichtungen.

Finanzierung

Der Wohnkanton sichert der Einrichtung des Standortkantons mittels der Kostenübernahmegarantie die Leistungsabgeltung zu Gunsten der Person für die zu garantierende Periode zu. (Art. 19 Abs. 1 IVSE)
Die zahlungspflichtigen Stellen und Personen des Wohnkantons schulden der Einrichtung des Standortkantons die Leistungsabgeltung für die Leistungsdauer. (Art. 19 Abs. 2 IVSE)

Die Verbindungsstelle des Standortkantons holt vor der die Kostenübernahmegarantie Unterbringung oder vor dem Eintritt der Person bei der Verbindungsstelle des Wohnkantons ein.
Kann das Gesuch um die Kostenübernahmegarantie wegen zeitlicher Dringlichkeit nicht vor Beginn der Unterbringung oder des Eintritts der Person in die Einrichtung gestellt werden, so ist dies so rasch als möglich nachzuholen. (Art. 26 IVSE)

Kostenbeteiligung von erwachsenen Menschen mit Behinderung
Erwachsene Menschen mit Behinderung in Wohnheimen oder Tagesstätten tragen die Kosten der Leistungsabgeltung teilweise oder vollständig aus ihrem Einkommen und aus Anteilen des Vermögens. Die Berechnung der Kostenbeteiligung erfolgt nach den im Wohnkanton geltenden Regeln. (Art. 28 IVSE)
Die Einrichtung fordert die Kostenbeteiligung bei der Person oder deren gesetzlichen Vertretung aufgrund der Kostenübernahmegarantie des Wohnkantons ein. Verbleibt nach Abzug der Kostenbeteiligung von der Leistungsabgeltung ein ungedeckter Betrag, so gilt der Wohnkanton diesen der Einrichtung ab. (Art. 29 IVSE)

Kostenbeteiligung bei zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Platzierungen von Kindern und Jugendlichen
Die Berechnung erfolgt gemäss den Skos-RL, Kap F.3.3 Skos-RL