Arbeitsgesetz

Das Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG) enthält die Vorschriften zum betrieblichen Gesundheitsschutz und zur Plangenehmigung.

Das Arbeitsgesetz hat zum Ziel, die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die mit dem Arbeitsplatz verbunden sind, zu schützen.

Arbeitnehmende dürfen bewilligungsfrei von 06:00 Uhr bis 23:00 Uhr beschäftigt werden. Diese Bestimmung gilt für die Wochentage Montag bis und mit Samstag. Nacht- und Sonntagsarbeit ist verboten, bzw. bewilligungspflichtig.

Abweichende Vorschriften für bestimmte Gruppen von Betrieben sind in der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz (ArGV 2) geregelt.

Beachten Sie hierfür die diversen Merkblätter in unserem  Online-Schalter.

Bewilligung für die Beschäftigung von Arbeitnehmenden in der Nacht oder an Sonntagen

Bewilligungen für vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit werden durch das Arbeitsinspektorat auf Basis des "dringenden Bedürfnisses" erteilt.

Definition vorübergehende Sonntagsarbeit:

  • sporadisch / periodisch wiederkehrend, an höchstens 6 Sonntage pro Jahr, oder ...
  • zeitlich befristeter Einsatz bis zu max. 3 Monate mit einmaligem Charakter

Definition vorübergehende Nachtarbeit:

  • sporadisch / periodisch wiederkehrend im Zeitraum von höchstens 3 Monaten pro Jahr, oder ...
  • zeitlich befristet mit einmaligem Charakter bis höchstens 6 Monate

Das Gesuchsformular für vorübergehende Nacht- und/oder Sonntagsarbeit finden Sie in unserem Online-Schalter.

Bewilligungen für dauernd oder regelmässig wiederkehrende Nacht- und Sonntagsarbeit werden durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erteilt. Gesuch Nacht- und Sonntagsarbeit (SECO)

Sonderschutz für Jugendliche

Als Jugendliche gelten Arbeitnehmer/innen bis zum vollendeten 18. Altersjahr, sie unterstehen den Bestimmungen der Jugendarbeitsschutzverordnung (ArGV 5). Für Lernende, die das 18. Altersjahr vollendet haben, sind die Bestimmungen der Jugendarbeitsschutzverordnung nicht mehr anwendbar.

Vor dem 15. Altersjahr dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden. Die regelmässige Beschäftigung Jugendlicher im 15. Altersjahr an Werktagen zwischen 06:00 und 20:00 Uhr kann von der kantonalen Behörde bewilligt werden, sofern besondere Voraussetzungen gemäss Arbeitsgesetz (ArG) und der Jugendarbeitsschutzverordnung (ArGV 5) erfüllt sind.

Ab dem 13. Altersjahr dürfen Jugendliche leichte Arbeiten ausführen. Damit sind z.B. kleine Erledigungen, Ferienjobs und Schnupperlehren gemeint. Die leichten Arbeiten dürfen keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, die Sicherheit und die Entwicklung der Jugendlichen haben und weder den Schuhlbesuch noch die Schulleistung beeinträchtigen.

Die Broschüre "Jugendarbeitsschutz" des SECO liefert Ihnen weitere Informationen.

Sonderschutz für schwangere Frauen und stillende Mütter

Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nur mit ihrem Einverständnis und nicht über die vereinbarte ordentliche Dauer der täglichen Arbeit hinaus beschäftigt werden, jedoch keinesfalls über 9 Stunden hinaus.

Schwangere dürfen auf blosse Anzeige hin von der Arbeit fernbleiben oder die Arbeit verlassen. Stillenden Müttern ist die erforderliche Zeit zum Stillen freizugeben.

Schwangere Frauen dürfen ab der 8. Woche vor der Niederkunft zwischen 20:00 und 06:00 Uhr nicht beschäftigt werden.

Wöchnerinnen dürfen während acht Wochen nach der Niederkunft nicht und danach bis zur 16. Woche nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden.

Die Übersichtstafel des SECO sowie die Broschüre Mutterschaft liefert Ihnen weitergehende Informationen:

Plangenehmigung und Betriebsbewilligung

Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens beurteilen wir Bauvorhaben hinsichtlich der Vorschriften des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit. Das Arbeitsinspektorat berät Betriebe und Planer kostenlos zur baulichen Umsetzung der Anforderungen an die Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Wir empfehlen Ihnen, bereits in einem frühen Stadium mit dem kantonalen Arbeitsinspektorat Kontakt aufzunehmen.

a) Plangenehmigung

Plangenehmigungspflichtig sind industrielle Betriebe und Betriebe gemäss Art. 1 der Verordnung 4 des Arbeitsgesetzes. Nach Fertigstellung eines plangenehmigungspflichtigen Projektes erteilt das Arbeitsinspektorat eine Betriebsbewilligung. Grundlagen dieses Verfahrens bilden Art. 7 und 8 des Arbeitsgesetzes.

Bei plangenehmigungspflichtigen Betrieben benötigt das Arbeitsinspektorat die kompletten Baugesuchunterlagen in zweifacher Ausführung. Soweit erforderlich sind ergänzende Angaben und Unterlagen über spezielle Produktionsprozesse, Fabrikations-, Lager- und Transportanlagen sowie Layoutpläne beizulegen.

Nach Ausführung des Projektes ist eine Abnahmekontrolle durchzuführen, auf welche sich die zu erteilende Betriebsbewilligung stützt.

b) Planbegutachtung

Bei allen anderen Betrieben, die Arbeitnehmende beschäftigen und Neu- und Umbauten planen, wird im Rahmen des ordertlichen Baugesuchverfahrens eine Stellungnahme (Planbegutachtung) erstellt. Diese beinhaltet ebenso die Anforderungen an die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz.

Nach Ausführung des Projektes wird ebenfalls eine Abnahmekontrolle durchgeführt.