Naturgefahren

Organisation Naturgefahren

Die Fachstelle Naturgefahren ist zuständig für den Schutz vor Naturgefahren gemäss dem Kantonalen Waldgesetz sowie den Schutz des Waldes vor Schäden (Forstschutz). Die Aufgaben zum Schutz vor Naturgefahren werden wie folgt aufgeteilt:
 
AbteilungAufgaben
Abteilung Wald und Naturgefahren
Fachstelle Naturgefahren
Verantwortlich für den integralen Schutz, Koordination der Projekte und Festlegung der verwaltungsinternen Zuständigkeiten
Schutz vor Lawinen, Eis- und Steinschlag, Fels- und Bergsturz, Rutschungen, Hangmuren, Einsturz und Erosion
Führt den kantonalen Ereigniskataster, den Schutzbautenkataster und die Gefahrenkarten
Zuständig für Frühwarnung, Alarmierung und Notfallplanungen
Beurteilung von Baugesuchen in Gefahrengebieten
 
Abteilung Tiefbau,
Fachstelle Wasserbau
 
Prävention von Wassergefahren durch Fliessgewässer:
Überschwemmung, Murgang, Ufererosion
Abteilung Hochbau,
Fachstelle Raumentwicklung
Berücksichtigung der Naturgefahren bei raumwirksamen Tätigkeiten
Darstellung von Gefahrengrundlagen im kantonalen Geodatenviewer
Umsetzung der Gefahrenkarten in die Richt- und Nutzungsplanungen.
 
Gebäudeversicherung glarnerSach
Versicherung von Gebäuden in Gefahrengebieten
Beratung, Entschädigung im Schadensfall
Unterstützung von Objektschutzmassnahmen.

Schutz vor Naturgefahren 

Naturgefahren
Deutlich mehr als die Hälfte der Kantonsfläche ist durch Naturgefahren gefährdet. Der Kanton Glarus ist in weiten Teilen besiedelt und erschlossen. Diese enge Verflechtung zwischen Gefahren- und Schadenpotenzial führt zwangsläufig zu Konflikten. Von grosser Bedeutung sind:

  • Lawinen und Schneerutsch
  • Sturzprozesse: Stein- und Blockschlag, Eisschlag, Bergsturz, Felssturz
  • Rutschungen und Hangmuren
  • Hochwasser und Wildbäche: Überschwemmungen, Murgänge, Ufererosion

Beurteilung der Naturgefahren
Für die Gefahrensituation bilden Messdaten eine zentrale Voraussetzung. Folgende Gefahrengrundlagen sind vorhanden:

  • Wetter-, Wasser- und Schneedaten: Wetter- und Niederschlagsdaten, Pegelmessstellen, Schneemessstationen, Abfluss-Prognosemodelle
  • Felsüberwachungen: Spaltenmessungen, Radar- und Lasermessungen, GPS
  • Rutschungsüberwachungen mittels GPS
  • Gefahrenkarten: Gefahren- und Gefahrenhinweiskarten
  • Ereigniskataster: Ereignismeldungen und -dokumentationen
  • Schutzbautenkataster: Übersicht über die vorhandenen Schutzbauten (in Bearbeitung)

Die von den Naturgefahren Wasser, Sturz, Rutsch und Lawinen bedrohten Gebiete werden in Gefahrenkarten dargestellt. Man unterscheidet zwischen geringer (gelb), mittlerer (blau) und erheblicher (rot) Gefährdung. Bei den Wasserprozessen wird zusätzlich eine Restgefährdung (weiss-gelb gestreift) für Extremereignisse ausgeschieden. Die Erstellung von Gefahrenkarten in Baugebieten wird von der Fachstelle Naturgefahren begleitet und durch Bund und Kanton finanziell unterstützt.

Die vorhandenen Gefahrenkarten können auf dem Geoportal des Kantons eingesehen werden: http://map.geo.gl.ch

Integraler Schutz vor Naturgefahren
Die Überlagerung der Naturgefahren mit dem umfangreichen Schadenpotenzial erfordert einen integralen Schutz vor Naturgefahren, der von den Beteiligten mit verschiedenen Instrumenten gewährleistet wird:
  • Raumplanung: Gefahrenkarte, angepasste Raumnutzung
  • Organisatorische Massnahmen: Frühwarnung, Intervention, Evakuation, Sperrungen
  • Schutzbauten: Verbauungen, Objektschutz
  • Operationelle Massnahmen: Sicherheitssprengungen, künstl. Lawinenauslösung
  • Schutzwälder: flächendeckend, nachhaltig

Die Kantonale Naturgefahrenstrategie schafft Rahmenbedingungen, damit ein nachvollzieh- und vergleichbares Risiko-Niveau über das ganze Kantonsgebiet erreicht wird, welches sozial vertretbar, ökonomisch verhältnismässig und rechtlich zulässig ist.

Die Strategie basiert auf den sieben Pfeilern Naturgefahrenorganisation, Gefahrengrundlagen, Risikobewertung, Schutz durch Prävention, Ereignisbewältigung, Wiederaufbau und Kommunikation.

Beim Umgang mit Naturgefahren wird der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet. Die Eigenverantwortung der Bevölkerung wird gezielt gefördert, indem die Lehren aus bisherigen Ereignissen bei zukünftigen Massnahmen einbezogen werden.

Verhalten im Ereignisfall
Wo kann ein gefährliches Ereignis auftreten?

Gefahrenkarten zeigen die Naturgefahren im Siedlungsgebiet. Sie können bei den Gemeindeverwaltungen, der Fachstelle Naturgefahren oder im kantonalen Geodatenviewer eingesehen werden.
 
Wann kann ein Ereignis auftreten?
Beurteilung mittels Lawinenbulletin, Wetter-Warnungen der Meteoschweiz etc.
 
Verhalten im Schadenfall

Soforthilfe:
  • Kantonspolizei, Tel. 117
  • Feuerwehr, Tel. 118
  • Bei grossen Schäden Beizug der Gemeindebehörde
 
Nach Eintritt eines Ereignisses ist die Gefahr in vielen Fällen nicht behoben, es drohen möglicherweise Folgeereignisse.

Finanzielle Hilfen:
Gebäudeschäden Kontakt mit Gebäudeversicherung, 'glarnerSach'
Weitere Schäden Privat Versicherungen
Nicht versicherbare Schäden Schweizerischer Elementarschadenfonds
 
Wiederherstellungen von Infrastrukturen oder für Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren sind allenfalls Kantons- und Bundessubventionen erhältlich. Auskünfte hierüber sind bei der Gemeinde oder der kantonalen Fachstelle Naturgefahren einzuholen.
 
Ereignismeldung
 

Melden Sie das Ereignis der Fachstelle Naturgefahren. Sie führt den Ereigniskataster.

Bauen in Gefahrengebieten
Bei Bauvorhaben sollen neue Risiken vermieden und vorhandene Risiken durch geeignete Objektschutzmassnahmen reduziert werden. Über die Berücksichtigung der Naturgefahren im Baubewilligungsverfahren informiert ein Merkblatt der Fachstelle Naturgefahren: Naturgefahr und Bauen  [PDF]

Schutzbauten
Die Schutzbauten werden laufend geprüft und instand gehalten. Damit wird der notwendige Schutz der Bevölkerung langfristig sichergestellt. Die Schutzbauten sind im Schutzbautenkataster erfasst und beschrieben.

Warnung und Alarmierung

Der Kanton Glarus besitzt ein Warn- und Alarmierungskonzept für die Glarner Linth, welches als Leitfaden bei einem sich anbahnenden Hochwasser dient. Unmittelbar vor und während einem Hochwasserereignis beobachtet das Prognoseteam der Fachstelle Naturgefahren permanent die Wetter- und Abflussentwicklungen und kommuniziert regelmässig mit den zuständigen Einsatzkräften.

Weitere Naturgefahrenthemen